FDPÜbergriffe in Köln

Sie wollen ein Problem verdrängen

Katja SudingKatja Suding wirft Feministinnen Verharmlosung vor
13.01.2016 - 14:00

Die Landesvorsitzende der Hamburger FDP, Katja Suding, kritisiert Claudia Roth in einem offenen Brief scharf. Die Grünen-Politikerin verniedliche die Übergriffe der letzten Wochen, schreibt Suding in einem offenen Brief, den die Welt" dokumentiert hat. Darin heißt es als Reaktion auf ein Interview mit Clauia Roth unter anderem: "Dieses Problem kleinzureden, nutzt niemandem. Nicht den vielen Flüchtlingen aus den gleichen Ländern, die sich anständig verhalten und keine Probleme mit dem Strafrecht bekommen." Roth solle sich auf das, "was Ihnen doch über Jahrzehnte so wichtig war: Die Integrität und Freiheit der Frau, die Verteidigung des Rechtsstaats, die Würde des Menschen", besinnen.

Die Vizepräsidentin des Bundestages, Claudia Roth, hatte die Übergriffe an Silvester zwar scharf verurteilt. Gleichzeitig sagte sie aber gegenüber der Welt: "Es gibt auch im Karneval oder auf dem Oktoberfest immer wieder sexualisierte Gewalt gegen Frauen." Ein großer Teil der öffentlichen Empörung würde sich ihrer Meinung nach nicht gegen sexualisierte Gewalt, sondern auf die Aussagen, dass die mutmaßlichen Täter nordafrikanisch und arabisch aussehen, richten.

Meinen offenen Brief an Claudia Roth über ihre verharmlosenden Aussagen zu den Vorfällen in Köln und Hamburg...

Posted by Katja Suding on Dienstag, 12. Januar 2016

Vergleich ist nicht haltbar

Für FDP-Vize Katja Suding ist der Vergleich der Silvesterereignisse mit dem Oktoberfest nicht haltbar. "Was ist in Sie gefahren, wenn Sie so die schwere Übergriffe der letzten Wochen verniedlichen?", fragt Suding in dem offenen Brief in der "Welt". Dieses Problem kleinzureden, nutze niemandem: "Nicht den verängstigten Frauen, die sich nach dem Übergriff auf der Straße quasi einen zweiten politischen Übergriff der Gleichgültigkeit durch Sie gefallen lassen müssen. Und nicht den Polizisten, Staatsanwälten und Richtern, die statt Unterstützung von Ihrer Seite eine Art Generalentschuldigung vor die Füße geworfen bekommen – nach Motto: Es kann nicht sein, was nicht sein darf."

German Mut statt German Angst

Natürlich habe es in Deutschland auch vor den Flüchtlingsströmen schon Belästigungen, Gewalt gegen Frauen, Raub und Vergewaltigung gegeben. Diese Selbstverständlichkeit jetzt zu betonen, könne ihrer Meinung nach nur einem Zweck dienen: "Sie wollen öffentlich verdrängen, dass es in der Tat ein signifikantes Problem mit einem Teil der in der letzten Zeit zu uns gekommenen jungen Männer aus fremden Kulturkreisen, vor allem aus Nordafrika und dem arabischen Raum, gibt."

Suding verfolgt den Ansatz: "Wir müssen stattdessen sagen, dass es mit einem Teil junger Männer aus Nordafrika schwerste Integrationsprobleme gibt, die wir nur auf zwei Wegen lösen können: Schnellste Umkehr und Akzeptanz unserer freiheitlichen Werte. Oder rasche Rückkehr, auch unfreiwillige, in ihre Herkunftsländer." Dafür brauche es mehr Mittel für Bildung und Integration sowie für Polizei und Justiz. "Dazu braucht es gelebte Willkommenskultur, die Flüchtlingen unsere Werte klar vermittelt. Und dazu braucht es German Mut und nicht German Angst."

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