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Strack-Zimmermann fordert Zivilcourage gegen Antisemitismus

Freut sich über die Auszeichnung: Marie-Agnes Strack-Zimmermann am Donnerstagabend in ihrer Heimatstadt Düsseldorf.Freut sich über die Auszeichnung: Marie-Agnes Strack-Zimmermann am Donnerstagabend in ihrer Heimatstadt Düsseldorf.
08.01.2024

Die Jüdische Gemeinde Düsseldorf hat Marie-Agnes Strack-Zimmermann mit der Josef-Neuberger-Medaille geehrt. Das FDP-Präsidiumsmitglied warnte vor der „zersetzenden Kraft“ des Antisemitismus.

Wegen ihres Engagements für die jüdische Gemeinschaft und den jahrelangen Kampf gegen Antisemitismus wurde Marie-Agnes Strack-Zimmermann die Josef-Neuberger-Medaille verliehen. Es brauche Politikerinnen und Politiker, die in einer direkten Art und Weise auch unbequeme Themen ansprächen, um jüdisches Leben in der Gesellschaft zukunftssicher zu machen, hieß es zur Begründung anlässlich der Verleihung der Medaille in der Synagoge der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf. 

Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Bundestags, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, forderte in ihrer Dankesrede mehr Zivilcourage gegen den zunehmenden Antisemitismus in Deutschland und mehr Einsatz für die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger. Es komme in diesen Tagen „zum Schwur, ob unser Bekenntnis „Nie wieder“ zur Farce verkommt“, sagte die designierte Spitzenkandidatin zur Europawahl. Mit Blick auf den Terrorangriff der islamistischen Hamas auf Israel vom 7. Oktober sagte Strack-Zimmermann, die Menschen müssten sich jetzt „sichtbar“ vor die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern stellen. Denn es sei in diesen Tagen auch „ein anderes Deutschland“ zu erleben – mit brennenden israelischen Flaggen und Menschen, „die den Mord an den Israelis auf offener Straße frenetisch feiern“.

Ein gezielter Angriff gegen Demokratie und Freiheit

Eine Relativierung des Angriffes auf Israel sei nicht zu tolerieren – weder auf der Straße, in Kneipen oder Parlamenten noch von Freunden „und auch nicht vom Generalsekretär der Vereinten Nationen“, sagte Strack-Zimmermann weiter. Sie kritisierte mangelndes Engagement der „Mitte der Gesellschaft, der intellektuellen Elite des Landes“ angesichts antisemitischer Parolen auf den Straßen und gewalttätigen Übergriffen gegenüber Jüdinnen und Juden und deren Wohnungen. „Wo findet sich in diesen Tagen der unüberhörbare gesellschaftliche Protest?“, fragte sie. „Das liberal aufgeklärte Bürgertum wird den Preis für diese Ignoranz einmal bezahlen müssen.“ Alle die, die nicht jüdischen Glaubens seien, müssten aufstehen und die jüdischen Mitbürger schützen.

Sie bekräftigte: „Wer übrigens annimmt, dass diese Explosion von Hass und Gewalt nur die Menschen jüdischen Glaubens etwas anginge, der täuscht sich ganz gewaltig. Beide Verbrechen, der Angriff Russlands auf die Ukraine und der Überfall der Hamas-Terroristen auf Israel, sind ein Angriff auf uns alle. Sie hängen nicht nur miteinander zusammen, sie sind ein gezielter Angriff, die Demokratie in den westlichen Ländern zu destabilisieren und unsere Freiheit zu zerstören. Und auch deswegen ist ein „ja, aber“ nicht zu tolerieren.“

Im Interview mit der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ zeigte sie sich schockiert, „mit welcher Härte sich dieser Judenhass in Deutschland gerade entlädt. Dem müssen wir alle etwas entgegenhalten, übrigens auch rechtsstaatlich. Man muss heute deutlich stärker wieder daran erinnern, warum es den Staat Israel gibt, nämlich als Folge der Shoah, damit es einen sicheren Ort für Juden und Jüdinnen auf der Welt gibt.“

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