FDPTrump kündigt Iran-Atomabkommen

USA gefährdet Sicherheit im Nahen Osten

Alexander Graf LambsdorffEs sieht nicht gut aus für das Iran-Nuklearabkommen, meint Alexander Graf Lambsdorff.

Die Erwartungen haben sich bestätigt: Donald Trump hat den Austritt aus dem Iran-Atomabkommen angekündigt. International wird dies als fataler Fehler gesehen. "Der Schritt der USA gefährdet die Sicherheit im Nahen Osten", bewertet auch FDP-Außenpolitiker Alexander Graf Lambsdorff die Entscheidung. Die EU muss jetzt umso stärker auf die Einhaltung des Abkommens pochen.

Ziel muss es dabei weiterhin bleiben, umfassende Inspektionen der Internationalen Atombehörde (IAEO) zu garantieren. Das hart erarbeitete Atomabkommen mit dem Iran darf nicht daran scheitern, dass die USA ihm den Rücken zugekehrt haben. Die EU muss dazu mit China und Russland das weitere Vorgehen beraten. Aufgrund der folgenden Sanktionen durch den USA-Ausstieg, könnte es zu Nachverhandlungen des Vertrags mit dem Iran kommen. Lambsdorff dazu: "Nach Trumps Entscheidung muss vor allem Europa mit Teheran im Gespräch bleiben und andere Beteiligte in den Diskurs einbinden."

Kommentare (3)

Frank Rauen
10.05.2018 - 13:02
Stellt sich doch die berechtigte Frage, ob die Aufkündigung des Abkommens nicht doch folgerichtig ist. Auch sog. Experten halten das Abkommen zumindest teilweise für nicht ausreichend im Sinn des Ziels der westlichen Welt. Wenn es neben Nordkorea einen weiteren Schurkenstaat gibt, dann ist es der Iran! Ich halte es für naiv, von solchen Staaten Vertragstreue zu erwarten. Und Europa ist nicht unbedingt bekannt für das Eindämmen von Konflikten (s. auch die Ukraine via "Minsk"). Verträge werden ja ebenfalls innerhalb Europas, insbesondere in der EU, nicht unbedingt ernst genommen, wenn die Interessen es erfordern. Maßstab sind nicht irgendwelche Versprechungen, sondern das Verhalten solcher Diktaturen, ganz besonders wenn sie religionsbasiert sind. Und der Iran destabilisiert schon seit Jahren die gesamte mittel- und nahöstliche Region. Jedenfalls liegt mir die Sicherheit Israels weit mehr am Herzen als die des Iran! Was tun wir für Israel? Herzlich wenig außer warmen Worten.
Heribert Eglseder
10.05.2018 - 11:06
Herrn Trump juckt scheinbar der rechte Zeigefinger genau so wie Herrn Busch 2001 im Irak. Zudem beweisen die Umstände von 1990 2+4 Erhandlungen,2001 falsche Aussagen über Cnemische Waffen,2011 arabischer Frühling Angriff auf Lybien war auch eine Lüge hier haben die USA Lebensmittel verteuert und Hunger verursacht. Die Preisfrage wann zerfällt die USA? Braucht man mit den USA keine Verträge mehr machen, da diese sowieso nicht eingehalten werden
Dirk Herminghaus
09.05.2018 - 17:24
Sagen wir doch, wie es ist. Herr Trump gefährdet den Weltfrieden für kurzsichtige, wirtschaftliche Interessen im eigenen Land. Die Waffenlobby darf weitere Waffen für das Testgelände "Naher Osten" produzieren, was nicht heißt, dass die USA die Waffen dort selber einsetzen müssen. Deshalb heißt es ja "Stellvertreterkrieg". Und der Ölpreis wird so hoch getrieben, dass das Fracking in den USA wieder rentabel wird. Das macht viele Amerikaner glücklich und bringt Wählerstimmen. Ich hoffe nur, dass die Europäer diese einmalige Chance erkennen und für sich nutzen!
Social Media Button