FDPPräsidiumsbeschluss

Vergabe von WM und Olympia nur mit Demokratiesiegel

Fußball-WM-Stadion in KatarDie Vergabe der Fussball-WM an Katar war ein Fehler. Daraus müssen jetzt die richtigen Schlüsse gezogen werden.
30.11.2022

Die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft an Katar war ein Fehler. Die Freien Demokraten fordern einen verbindlichen Vergabekodex der Sportverbände zur Stärkung von Demokratie und Menschenrechten.

„Die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft an Katar war ein Fehler“, sagte FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai am Montag nach einer Präsidiumssitzung. Missstände wie die Korruption im Vergabeprozess, die menschenunwürdige Behandlung der Arbeitskräfte sowie die staatliche Unterdrückung von Frauen und queeren Menschen in Katar sind offensichtlich. „Daraus müssen jetzt die richtigen Schlüsse gezogen werden, um in Zukunft die Vergabe internationaler Sportereignisse an autoritäre oder autokratische Staaten zu verhindern.“

Die Achtung der universellen Menschenrechte muss zum entscheidenden Kriterium für künftige Vergabe-Entscheidungen erhoben werden. Das fordert das FDP-Präsidium in einem entsprechenden Beschluss. Darin wird unter anderem vorgeschlagen, beim Deutschen Fußballbund (DFB) sowie beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) künftig einen verbindlichen Vergabekodex zu etablieren, der sich an Demokratie und Menschenrechten orientiert.

Bewerbungen von potenziellen Gastgeberländern sollen nur dann unterstützt werden, wenn diese „demokratische und menschenrechtliche Standards erfüllen und garantieren“, heißt es in dem Beschluss. Es könne nicht sein, dass Sportereignisse dieser Art zur Bühne für Autokraten oder Diktatoren würden, so der FDP-Generalsekretär. Grundlage für einen solchen wertebasierten Vergabekodex könnten die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte sowie Nachhaltigkeit sein.

Keine ÖRR-Gelder für Sport-Übertragungen aus Autokratien

Darüber hinaus will die FDP auch mit Blick auf Sportübertragungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ein „Demokratiesiegel“ einführen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk dürfe mit dem Geld der Beitragszahlerinnen und -zahler nicht indirekt autoritäre Regime unterstützen, heißt es. Die Einhaltung von Menschenrechten, Gleichberechtigung von Frauen, Presse-, Meinungs- und Religionsfreiheit und der Schutz von Minderheiten müssen zur standardisierten Bedingung werden für den Erwerb von Übertragungsrechten durch die Öffentlich-Rechtlichen.

Außerdem fordern die Freien Demokraten einen Entschädigungsfonds für die WM-Arbeitskräfte in Katar. Katar und die FIFA sollten Arbeiter und deren Angehörige für geschehenes Unrecht durch menschenunwürdige Behandlung und mangelnde Sicherheitsstandards entschädigen. Zudem gehören die Einhaltung von Sicherheitsgarantieren für alle WM-Besucherinnen und -Besucher sowie der Ausschluss iranischer Offizieller von der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar zu den wesentlichen Punkten des FDP-Präsidiumsbeschlusses.

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