FDPAnschlag auf Satiremagazin

Westliche Werte umso entschiedener verteidigen

Alexander Graf Lambsdorff und Christian LindnerAlexander Graf Lambsdorff und Christian Lindner verurteilen den Anschlag auf die Redaktionsräume von "Charlie Hebdo".
09.01.2015 - 17:52

In Paris haben bewaffnete Islamisten Mitarbeiter des Satiremagazins "Charlie Hebdo" sowie Polizisten ermordet. Die Liberalen verurteilen diesen Anschlag auf das Schärfste und erheben ihre Stimmen für die Pressefreiheit. "Wenn westliche Werte angegriffen werden, wie bei diesem feigen Terrorakt, werden wir sie umso entschiedener verteidigen", unterstrich FDP-Chef Christian Lindner. Der Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Alexander Graf Lambsdorff, äußerte sich über den "barbarischen Terrorakt" entsetzt. FDP-Vize Wolfang Kubicki mahnte Besonnenheit an.

"Die Freiheit von Kunst, Religion und Meinung, Toleranz und die Freiheit von Ressentiments lassen wir uns von keinem nehmen", machte Lindner deutlich. Das Magazin "Charlie Hebdo" wurde schon in der Vergangenheit wegen Karikaturen von islamischen Figuren attackiert. Bereits 2011 wurde ein Brandbombenanschlag verübt, bei dem niemand verletzt wurde.

Lambsdorff erinnerte daran, dass Meinungs-, Rede- und Pressefreiheit in einem Rechtsstaat "so wichtig wie die Luft zum Atmen" seien. Beim Anschlag auf die Zeitschrift handele es sich um einen "barbarischen Terrorakt gegen alle Werte", auf denen Europa aufgebaut sei. "Die demokratischen Staaten dürften nicht zulassen, dass Extremisten unsere freiheitliche Art zu leben und zu denken untergraben. Auch wer mit der Meinung einer Zeitung nicht übereinstimmt, hat niemals das Recht, zur Gewalt zu greifen", stellte der liberale Europapolitiker klar.

"Unsere Gedanken sind bei allen Opfern und Verletzten des Anschlags sowie ihren Angehörigen", sagte Lambsdorff. Lindner wünschte allen Verletzten eine vollständige und schnelle Genesung.

Kubicki mahnt zu Besonnenheit

FDP-Vize Wolfgang Kubicki verlieh seiner Bestürtzung und Fassungslosigkeit angesichts "feigen Attentats" Ausdruck. Er warnte jedoch gegenüber dem "Handelsblatt" davor, "in Hektik zu verfallen, solange wir die konkreten Hintergründe dieser verabscheuungswürdigen Tat nicht kennen". Kubicki stellte klar: "Unsere Aufgabe besteht darin, gewalttätigen Extremismus, gleich ob politisch oder religiös motiviert, mit allen rechtsstaatlichen Mitteln zu bekämpfen und unsere Werte der Meinungs- und Pressefreiheit, der Toleranz und der Weltoffenheit zu verteidigen gegen diejenigen, die Gesellschaften spalten wollen." Die Sicherheitskräfte in Deutschland seien aufgefordert, mit erhöhter Wachsamkeit gegen potenzielle Gefahren vorzugehen, machte er deutlich.

Kommentare (3)

Arthur Hoffmann
15.01.2015 - 17:56
Lieber Alexander Graf Lambsdorf, ein Anschlag gegen "a l l e Werte" , auf denen Europa aufgebaut sei. - <Charlie Hebdo> verkörpert nicht alle Werte. Gehe ich recht in der Annahme, dass Sie <Charlie Hebdo> auf eine einsame Insel mitnehmen, und damit für alle moralischen Eventualitäten ausgerüstet sind ? "...wer aber sein Haus auf Sand gründet, dessen Haus vergeht" , heißt es in der Bibel. Die freiheitliche Gesellschaft muss ertragen , dass der Bürger ein goldenes Kalb anbetet, solange dieses goldene Kalb in seinem Garten aufgestellt ist. Aber für die sogenannte "vierte Gewalt", die Medien, gelten andere Regeln. Zum Beispiel sollten die Medienschaffenden nicht lügen. Jeder Mensch ist einmalig, und jedes Menschenleben hat unschätzbaren Wert. Natürlich wird in so einem Fall nach den schätzbaren Werten, der Auflage, der Zahl der Todesopfer und Verletzten gefragt. Die Medien sollten sich hier mehr Mühe geben. 16,17, oder 18 Tote ? - oder 21 ?
Baur
13.01.2015 - 17:38
Wenn wir erklären, dass wir den Terrorismus bekämpfen wollen, müssen wir ihn auch auf der Ebene des Angreifers abwehren. Sind wir dazu wirklich bereit? Eine uneingeschränkte Freiheit ist mit Sicherheit nicht das richtige Mittel dafür. Es geht doch darum, das Mindestmaß an Einschränkungen zu formulieren welches wir bereit sind hinzunehmen, um dann letztendlich gegen grenzenlose Terroristen erfolgreich sein zu können. Für die Möglichkeit der Abwehr eines gezielten Terroraktes haben wir die Instrumente und Einrichtungen aufgebaut. Zum Austrocknen der Grundlagen des Terrorismus wie fehlende Bildung, Armut, Arbeitslosigkeit und ein Verlust von Selbstwertgefühl der sich unterdrückt fühlenden, potentiellen Terroristen haben wir noch kein schlüssiges Konzept in die Tat umgesetzt. Völlige Religionsfreiheit mit der einschränkenden Auflage, bei der Religionsausübung unsere Gesetze uneingeschränkt zu befolgen, ist ein solcher Kompromiss.
Baur
13.01.2015 - 17:23
Wenn wir erklären, dass wir den Terrorismus bekämpfen wollen, müssen wir ihn auch auf der Ebene des Angreifers abwehren. Sind wir dazu wirklich bereit? Eine uneingeschränkte Freiheit ist mit Sicherheit nicht das richtige Mittel dafür. Es geht doch darum, das Mindestmaß an Einschränkungen zu formulieren welches wir bereit sind hinzunehmen, um dann letztendlich gegen grenzenlose Terroristen erfolgreich sein zu können. Für die Möglichkeit der Abwehr eines gezielten Terroraktes haben wir die Instrumente und Einrichtungen aufgebaut. Zum Austrocknen der Grundlagen des Terrorismus wie fehlende Bildung, Armut, Arbeitslosigkeit und ein Verlust von Selbstwertgefühl der sich unterdrückt fühlenden, potentiellen Terroristen haben wir noch kein schlüssiges Konzept in die Tat umgesetzt. Völlige Religionsfreiheit mit der einschränkenden Auflage, bei der Religionsausübung unsere Gesetze uneingeschränkt zu befolgen, ist ein solcher Kompromiss.
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