FDPDrogenpolitik

Bestrafung von Cannabis-Privatgebrauch nicht mehr zeitgemäß

Cannabispflanzen

Die Sommertour der Jungen Liberalen ist im vollen Gang. JuLi-Chef Konstantin Kuhle besuchte in Fulda die Redaktion des Jugendmagazins "move36" und sprach im Interview über die brisantesten Themen der Bundespolitik. "Ich glaube, dass Politik oft das Problem hat, dass sie die Lebensrealität junger Menschen nicht anerkennt", stellte er fest. Beispielsweise beim Thema Cannabis-Legalisierung fordern die JuLis, dass die Gesetzgebung den Zeitgeist der Gesellschaft widerspiegelt.

"Immer dann, wenn Menschen versuchen, über eine Bevölkerungsgruppe zu bestimmen, aus der sie selbst nicht stammen, läuft man Gefahr, aus dem Blick zu verlieren, was diese Menschen wirklich beschäftigt", erklärte Kuhle. "Seien wir ehrlich: Für junge Leute gibt es schon heute keine großen Hürden, um an Gras zu kommen." Kiffen zu bestrafen funktioniere längst nicht mehr. Die Verfolgung von Kleinstkonsumenten koste Polizei und Justiz viel Kraft und den Staat viel Geld.

Kuhle sprach sich deshalb für die Cannabis-Freigabe für Volljährige aus, ähnlich wie das bei weichen Drogen wie Nikotin und Alkohol der Fall sei. "Das haben übrigens erst kürzlich mehr als 100 Strafrechtsprofessoren gefordert", hob er hervor. "Das bei Polizei und Justiz eingesparte Geld könnte man dann einsetzen, um Menschen zu helfen, die ein echtes Drogenproblem haben. Das wäre kluge Politik."

Außerdem diskutierte der JuLi-Chef über die Themen Staatsverschuldung, Flüchtlingshilfe, europäische Machtstrukturen, Bildung und den Grexit. Hier können Sie das Interview in voller Länge lesen.

Kommentare (3)

Hailo
05.08.2015 - 10:44
Hallo liebe FDPler, Warum geht ihr nicht auf kommunaler Ebene voran und schließt euch z.B. in Bremen dem neuen Bürgermeister an? Meiner Meinung nach sollte einfach mal eine Abgabestelle auf kommunalter Ebene aufgemacht werden. Was soll die Bfarm denn machen? Alle verhaften lassen. Oder wird der Bund aktiv und leitet ein Verfahren ein??? Leute steht mal auf und zeigt mehr Mut. Geredet wurde seit dem 1994er - Urteil des Bundesgerichtshofes schon genug. Schließt euch doch mal mit dem DHV kurz. Die Kriminalisierung (durch Entzug der Fahrerlaubnis nach lange vergangenem Konsum) eines mündigen Bürgers, der sich für oder gegen etwas frei entscheiden sollte, lässt mich an der demokratischen Freiheit zweifeln. Warum dürfen Ärzte nicht frei beraten und mit dem Patienten entscheiden welches Medikament er nehmen sollte. Opiate sind leichter zu verschreiben als Teile einer mehrere Tausend Jahre alte Nutzpflanze? D.h. Ich als Bürger sollte mir zur Entspannung lieber die Leber zerstören?
FranzLiebkind
05.08.2015 - 08:55
Diese Bauernfängerei der der Jungen Liberalen und Co. löst doch nicht die wahren Probleme. Das Anbieteroligopol der Medien, die 5%Hürde anstatt einer 1%Hürde, eine fehlende halbdirekte Demokratie, die fehlende Möglichkeit "keine dieser Parteien" bei Bundestagswahlen und "keinen dieser Vorschläge" bei Volksbegehren - die Schwarz/Rot auf Bundesebene schaffen könnte - ankreuzen zu können, sind Probleme. Weiterhin die schwindende Legitimation durch sinkende Wahlbeteiligung, der Euro, die NSA, etc.. Da ist die längst überfällige Legalisierung von Cannabis doch nur ein sog. Nebenkriegsschauplatz.
Sebastian Clausen
04.08.2015 - 23:14
Man kann den Gegnern einer kontrollierten Freigabe lang und breit erklären, warum sie sinnvoll ist. Am Ende kommt dann ein „Denkt doch an die Kinder“, oder „Einstiegsdroge!“, oder „nicht noch mehr Probleme ins Haus holen“. Als hätte man die ganze Zeit gegen die Wand geredet. Wenn ihr FDPler das schafft mal endlich eine Diskussion mit der CDU und teilen der SPD anzuregen, die auch wirklich eine ECHTE Diskussion ohne Plattitüden ist, dann wäre ich echt froh! So habe ich nur das Gefühl, dass Politik nichts bringt, weil Argumente nicht zählen und einem keiner zuhört.

Diesen Artikel:

Ähnliche Artikel:

Social Media Button