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BMZ zeichnet israelisch-palästinensischen Dokumentarfilm aus

Dirk NiebelDirk Niebel
03.03.2013

Mitten im Nahost-Konflikt hat sich der Regisseur Juliano Mer-Khamis durch die Gründung eines israelisch-palästinensichen Theaters für den Frieden eingesetzt – und wurde dafür erschossen. Sein Theater und dessen junge Schauspielerinnen haben weitergemacht. Ihre mutige Geschichte wird in dem Dokumentarfilm „Art/Violence“ erzählt, der am letzten Tag der Berlinale mit dem „Cinema Fairbindet“-Preis vom Entwicklungsministerium (BMZ) geehrt wurde.

Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) übergab diese letzte Auszeichnung des Festivals an die drei Regisseure, den geborenen Israeli Udi Aloni und die zwei Palästinenser Batoul Taleb und Mariam Abu Khaled. "Der Film zeigt künstlerischen Widerstand gegen Unterdrückung. Er wirft die Frage auf, wie Kunst in einem von Gewalt geprägten Umfeld entstehen kann. Ich gratuliere dem ganzen Team für diesen leidenschaftlichen Film", so Niebel.

Das Preisgeld beträgt 5.000 Euro und wird vom BMZ gestiftet. Das Ministerium finanziert auch eine Tour des Filmes durch 25 Städte in Deutschland. Der Siegerfilm wurde von einer unabhängigen Jury aus Experten der Film- und Medienbranche ausgewählt.

Hintergrund:

Der „Cinema Fairbindet“-Preis wurde gegründet, um gesellschaftliche Bewusstseinsbildung über Entwicklungspolitik zu förden und neuen Perspektiven eine internationale Plattform zu geben. „Art/Violence“ folgt den drei palästinensischen Schauspielerinnen auf ihrer Reise des künstlerischen Freiheitskampfes. Trotz Mer-Khamis Tod setzen sie sich für ihre Rechte als Frauen, Palästinenser und Schauspieler weiter ein, tragen ihre Stimmen in die Öffentlichkeit und stehen gemeinsam mit Männern auf dieser Bühne, die der Sohn eines palästinensischen Vaters und einer jüdischen Mutter geschaffen hat. Umgeben von der Unsicherheit und Gewalt des alltäglichen Lebens in einem Flüchtlingslager, entstehen jetzt Mut und Hoffnung.

Dank der „Cinema Fairbindet“-Stiftung und der Unterstützung des BMZs dürfen die Filmmacher nun diese Geschichte weiterhin in Deutschland bekannt machen. „Mit dem Preis 'CINEMA fairbindet' zeichnen wir Filme aus, die Anstöße für Veränderungen geben und für Menschen eine faire Chance fordern, ihr Leben selbstständig und frei gestalten zu können", sagte Niebel an der vorangegangenen 2012-„Cinema Fairbindet“-Preisverleihung.

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