Gesundheitspolitik

Cannabis-Legalisierung mit Maß und Mitte

CannabisCannabis-Legalisierung mit Maß und Mitte
25.09.2018 - 16:40

Die Freien Demokraten wollen die Legalisierung von Cannabis. Wichtig dabei seien jedoch "Maß und Mitte" sowie Aufklärung und Jugendschutz, erklärt FDP-Gesundheitsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Auch die Bayern-FDP, allen voran FDP-Spitzenkandidat Martin Hagen, setzt sich für eine kontrollierte Abgabe ein. Mit dem Slogan "Wer locker zwei Maß Bier verträgt, sollte nicht für ein paar Krümel Gras in den Knast wandern" werben die Freien Demokraten für eine neue Politik. Das Verbot führe nur zu einem "florierenden Schwarzmarkt" und zur unnötigen Arbeit für Polizei und Justiz, die sich "mit zigtausenden Cannabis Delikten rumschlagen müssen", erklärt Hagen. Er setze sich daher für regulierten, legalen Handel ein.

Marihuana müsse in dafür lizensierten Geschäften verkauft werden dürfen. Nur so kann die Qualität kontrolliert und die Weitergabe von verunreinigten Substanzen verhindert werden. Zudem bleibt so der Jugendschutz gewährt. Denn Gras habe "nichts in den Händen von Minderjährigen zu suchen“, betont Hagen.

Dies unterstreicht auch Strack-Zimmermann: "Es gilt immer der Jugendschutz. Dieser darf in keiner Weise tangiert werden." Dass eine Legalisierung nicht für Minderjährige gelte, sei selbstverständlich. Dennoch stellt sich die Gesundheitsexpertin gegen eine Kriminalisierung des Rauschmittels. Vor allem kritisiert sie dabei die Diskrepanz, einerseits Rauschmittel wie Alkohol zu konsumieren und andererseits "mit lallender Zunge zu sagen, Cannabis müsse aber verboten bleiben". Dies sei einfach nicht mehr zeitgemäß, betont das FDP-Präsidiumsmitglied. Viel eher sei es angebracht, der Realität ins Auge zu gucken und sich endlich für eine Legalisierung auszusprechen.

Ohne Genehmigung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte sind Anbau, Herstellung, Handel sowie Besitz von allen Pflanzenteilen des Cannabis strafbar. Nicht strafbar ist jedoch der Konsum. Um diesem paradoxen Zustand entgegenzuwirken, fordern die Freien Demokraten die legale, kontrollierte Abgabe von Cannabis an volljährige Personen. Bei einer ähnlichen Besteuerung wie bei Zigaretten, können dabei jährlich bis zu einer Milliarde Euro zusätzlich eingenommen werden. Dieses Geld soll für Prävention, Suchtbehandlung und Beratung eingesetzt werden.

Kommentare (3)

Jens Regenscheit
27.09.2018 - 10:40
Sehr geehrter Herr Kelm, da sieht man mal wieder, wie wenig Ahnung vorhanden sein muss, um eine Meinung zu haben: Für Jugendliche ist es aktuell viel einfacher an Cannabis zu kommen, als an Alkohol: in regulären Geschäften sollte nach dem Alter gefragt werden, wenn Alkohol und Tabakwaren ausgegeben werden, der Dealer fragt erst gar nicht nach dem Ausweis! Zum Thema Fahrtauglichkeit: Aktuelle Studien (Kleiber-Korvar) ergeben, dass die Fahrtüchtigkeit für etwa 3 Stunden nach dem Konsum eingeschränkt ist - nicht mehrere Tage. Woher Sie den Wert von 96 Stunden haben wollen, würde mich mal interessieren... Nebenbei bemerkt gibt es auch Studien, die die konkreten Auswirkungen auf die Unfallwahrscheinlichkeit untersucht haben: der Faktor für die Erhöhung der Wahrscheinlichkeit liegt zwischen 1,8 und 2,3 (kleine Vergleichgruppe, daher die Streuung). Das bewegt sich in der selben Größenordnung wie 0.5 Promille Blutalkohol, da werden statistisch Werte in der Größenordnung von 2 angegeben.
Maximilian Schellenberg
27.09.2018 - 10:24
Als Schüler an einer weiterführenden Schule eröffnet sich mir ein anders Bild . Jugendliche die Cannabis erwerben oder konsumieren wollen, können dies ohne weiters tun . Gerade weil Cannabis illegal ist bildet sich eine undurchsichtige Gemeinschaft. Wer als Schüler Cannabis möchte, fragt jemanden der mit der Substanz zu tun hat und erhält das was er will, ohne einen moralische oder gesetzliche Kontrolle . Aus meiner eigenen Erfahrung ist es für Minderjährige schwerer , Alkohol und Zigaretten zu erwerben als Cannabis . Sofern keine älteren Freunde ihren Namen für diesen Zweck hinhalten ist es durch die staatliche Regulierung äußerst umständlich Schnaps oder andere legale Drogen vor dem Mindesalter zu erhalten. Perspektive eines Schülers zum Jugendschutz .
Peter Kelm
26.09.2018 - 18:31
Als Lehrer an einer Schule für Kranke (Kinder- und Jugendpsychatrie) erlebe ich ejden Tag wie Cannabis den Menschen zerstört, ich arbeite mit Jugendlichen im Entzug. Wenn ich lesen muss, dass "Gras" mal eben legalisiert werden soll dann werden die Folgen unabsehbar sein. Wer auch noch glaubt, dass dann kein Minderjähriger an Cannabis kommt, der glaubt auch noch, dass Zitroenfalter Zitronen falten. Beim Alkohol sehen wir es ja, jeder Minderjährige kann ohne Probleme an Schnaps kommen. Wie soll eigentlich bei Erwachsenen das Problem mit der Fahrtauglichkeit gelöst werden? Beim Alkohol kann man recht genau ausrechnen wann man wieder an das Steuer darf, aber nicht beim Cannabis, mindestens 96 Std. Ich sage nur, wer für die Freigabe von Cannabis ist hat keine Ahnung von dem ach so "harmlosen" Gras.
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