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Deutschland braucht einen Digitalpakt 2.0

SchulklasseDer Digitalpkat investiert nur in Kabel und Beton, nicht in Köpfe und Software.

Seit Jahren warten die Schulen in Deutschland darauf, jetzt ist es endlich soweit: Der Digitalpakt kommt. Den Freien Demokraten geht er noch nicht weit genug. Er schöpfe die neuen Möglichkeiten nicht aus, sondern investiere nur in Kabel und Beton, nicht in Köpfe und Software. Sie fordern daher einen zweiten Digitalpakt. "Deutschland braucht einen Digitalpakt 2.0 für die allgemeinbildenden, beruflichen und sonderpädagogischen Schulen, der die neuen Möglichkeiten der Kooperation von Bund und Ländern im Bildungsbereich nutzt", heißt es in einem Antrag, den die Fraktion in den Bundestag einbringen wird. "Schulen müssen über digitale Grundausstattung hinaus auch digitale Lernmittel anschaffen können und brauchen Support bei Weiterbildung der Lehrkräfte", twitterte FDP-Chef Christian Lindner.

Dass in digitale Technik investiert werde, bedeute nicht, dass sie auch erfolgreich eingesetzt werden könne, kommentiert die Fraktion den ersten Digitalpakt, der erst kürzlich durch eine Grundgesetzänderung möglich wurde. Der Digitalpakt unterstützt die Länder dabei, den digitalen Wandel in Schulen voranzutreiben: Computer werde angeschafft, Klassenzimmer mit schnellem Internet versorgt. Das bringe aber wenig, solange es an den Schulen keine IT-Administratoren gibt, keine digitalen Lernprogramme verfügbar sind und Lehrkräfte nicht wissen, wie sie Technik im Unterricht effektiv einsetzen.

"Mit Hardware ist nichts gewonnen, die ist auch schnell veraltet", erläutert Lindner. "Was wir brauchen, sind moderne Lehrmaterialien vor allen Dingen auch eine digitale Didaktik der Lehrerinnen und Lehrer." Der Vorschlag für einen Digitalpakt 2.0 baut auf den Plänen der Bundesregierung auf. Er soll sicher stellen, "dass die Schulen die Investitionen aus dem ersten Digitalpakt überhaupt sinnvoll einsetzen können", sagt die stellvertretende FDP-Vorsitzende Katja Suding. Wenn nicht schnell gehandelt werde, veralte die Technik im Wert von 5,5 Milliarden Euro an den Schulen, bevor sie überhaupt genutzt werde. Noch betreuten an viel zu vielen Schulen Lehrer die technische Ausstattung. Der Digitalpakt 2.0 diene dazu, Mittel bereitzustellen für diese Zwecke, also die Weiterqualifikation der Lehrenden, die Beschaffung von digitalen Lehrmaterialien, die Entwicklung von einer Bildungscloud.

Darüber hinaus will die FDP sich für die Stärkung der Berufsorientierung auch an Gymnasien einsetzen und ein Investitionsprogramm auflegen, das allgemeinbildenden Schulen die Einrichtung multifunktionaler Werkstätten ermöglicht. Darüber hinaus soll die Inklusion erfolgreich gestaltet, Chancengerechtigkeit durch Ganztagsschulen verbessert, Gewaltprävention gefördert, Schulabbruch verhindert, Sprachlernklassen integriert, moderne Bibliotheken und funktionale Sprachlabore eingerichtet, sowie Programmieren gelehrt werden. In insgesamt 34 Punkten führt die Fraktion die Einzelschritte für technische Ausstattung und Wartung an den Schulen, die Unterstützung für Lehrkräfte beim Unterricht mit digitalen Medien, die Förderung digitaler Lernplattformen und Lernmittel aus.

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