Stiftung100 Jahre Frauenwahlrecht

Die Gleichbehandlung von Frauen ist in Gefahr

Sabine Leutheusser-SchnarrenbergerSabine Leutheusser-Schnarrenberger, ehemalige Bundesjustizministerien (FDP), sieht die Gleichbehandlung von Frauen in Gefahr

Der 12. November ist die Geburtsstunde des Frauenwahlrechts in Deutschland. Über die Stellung von Frauen, die nun, 100 Jahre später, nicht mehr nur Politiker wählen, sondern selbst Politik machen, sprach Stiftungs-Vorstand Sabine Leutheusser-Schnarrenberger im Deutschlandfunk. Auf die Frage, wie sich der Einfluss von Frauen in der Politik verändert hat seitdem, antwortet die ehemalige Justizministerin: "Anders als 1989 mit dem Wahlrecht und 1949 mit dem Gleichberechtigungsartikel im Grundgesetz, Art. 3, ist es heute selbstverständlich, dass Frauen die gleichen Aufgaben wie Männer übernehmen können." Sie hält aktive Frauenförderung für sinnvoll.

Rechtlich sei die Gleichbehandlung im Wesentlichen ganz gut geglückt – bis hin zum allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz, das die Durchsetzung regele. Sie mahnt zugleich, dass so eine Bestimmung ja keine Wirkung entfalte, nur weil sie im Bundesgesetzbuch steht und im Gesetzblatt gedruckt ist: "Sondern nur, wenn das gelebt wird. Wenn das bewusst gemacht wird. Wenn man sich danach verhält, dafür auch wirbt. Und da haben wir eben jetzt deutlich wieder in Teilen der Gesellschaft eine Gegenbewegung“, sagte die FDP-Politikerin.

"Wir erleben jetzt doch, dass gerade mit dem Erstarken rechtspopulistischer Bewegungen und Parteien in vielen Ländern innerhalb der europäischen Union und auch außerhalb doch ein anderes Frauenbild wieder vertreten wird“, warnte sie.

Welcher weiteren Verbesserungen es noch bedarf und wie schwer der Kampf um Gleichstellung war und ist, berichtet Sabine Leutheusser-Schnarrenberger auch in der Deutschlandfunk-Sondersendung „100 Jahre Frauenwahlrecht“.

 

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