StiftungAtomabkommen

Die Lage im Nahen Osten spitzt sich zu

Teheran, IranVerschärfung der Lage im Nahen Osten

In den vergangenen Wochen und Monaten hat sich die Lage im Nahen Osten weiter verschärft. Grund dafür ist, dass die USA angekündigt haben, das internationale Atomabkommen mit dem Iran aufzukündigen und alle Firmen, die Geschäfte mit dem Iran machen, zu sanktionieren. „Dass der amerikanischen Iran-Politik jedoch keine kohärente Strategie zu Grunde liegt, ist den Widersprüchen innerhalb der US-Administration der letzten Tage zu entnehmen“, so Dirk Kunze, Nahost-Experte der Stiftung für die Freiheit, bei seiner Einschätzung der aktuellen Gefahrenlage.

Die Besorgnis des Westens werde in der arabischen Welt nur bedingt geteilt, da zu viele Interessen wie die Frage der schiitisch oder sunnitisch geprägten Vormachtstellung am Persischen Golf sowie die weltweite Öl-Versorgung einem Krieg eher entgegen stünden. Nach Auffassung von Kunze sei derzeit schwer abzusehen, ob sich die Eskalationsspirale weiter fortsetze und tatsächlich in Zukunft zum Ausbruch eines Krieges führen werde. Dies würde maßgeblich davon abhängen, "inwiefern die involvierten Parteien von kriegerischen Handlungen profitieren würden".

Die Regierung in Iran stehe zwar mit dem Rücken zur Wand, dennoch sei sie nicht machtlos. Sie könne den Ölhandel ausbauen, wichtige Schifffahrtsrouten ausbauen und "darüber hinaus auf eine Vielzahl stabiler, internationaler Netzwerke zurückgreifen", gab der Stiftungsexperte zu bedenken. Europa bekomme erneut die normative Kraft realpolitischer Verhältnisse zu spüren. Außer "Besorgnis" und dem Aufruf zu einer "diplomatischen Lösung", sei die EU in ihrer derzeitigen Verfassung schlicht zu nichts anderem in der Lage.

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