FDPErfolgreiche FDP-Initiative

Diskriminierungsfreie Blutspende soll möglich werden

Niedersachsen Landtag HannoverDie FDP setzt sich dafür ein, dass die geltenden Beschränkungen bei Blutspenden für Homo- und Transsexuelle aufgehoben werden.
29.01.2020

Der Niedersächsische Landtag hat einen Antrag der FDP-Fraktion zur diskriminierungsfreien Blutspende mit breiter Mehrheit beschlossen. "Die Zeit der Diskriminierung muss vorbei sein", fordert die sozialpolitische Sprecherin der niedersächsischen FDP-Fraktion, Sylvia Bruns. "Wir dürfen es uns nicht leisten, spendenbereite Menschen wegen ihrer geschlechtlichen oder sexuellen Identität pauschal von einer Blutspende auszuschließen", so Bruns. Homo- und transsexuelle Menschen mussten bisher ein Jahr lang sexuell abstinent leben, um zur Blutspende zugelassen zu werden – was nahezu einem Ausschluss gleichkommt. Bei allen anderen Risikogruppen beträgt dieser Zeitraum lediglich vier Monate. Dieser diskriminierenden Ungleichbehandlung will die niedersächsische FDP-Fraktion mit ihrem Antrag ein Ende bereiten.

Der pauschale Ausschluss von homo- und transsexuellen Menschen stellt für die Freien Demokraten eine unhaltbare Diskriminierung ohne medizinische Notwendigkeit dar. Entscheidend für ein Infektionsrisiko sei nicht die sexuelle oder geschlechtliche Identität eines Menschen, sondern das tatsächliche Risikoverhalten zum Beispiel durch ungeschützten Sexualverkehr mit häufig wechselnden Partnern. Durch das Ausschließen von Homo- und Transsexuellen bei Blutspenden wird zudem der bereits ohnehin bestehende Mangel an lebensrettenden Spenden verschärft.

Nach Auskunft der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) werden in Deutschland etwa 15.000 Blutspenden pro Tag benötigt. Laut dem Deutschen Roten Kreuz benötigen 80 Prozent der Deutschen einmal im Leben eine Blutspende. Es ist mehr als deutlich: Die Nachfrage ist hoch - und sie werde angesichts des demografischen Wandels weiter steigen. Sylvia Bruns betont daher: "Wir dürfen es uns nicht leisten, spendenbereite Menschen wegen ihrer geschlechtlichen oder sexuellen Identität faktisch von einer Blutspende auszuschließen." 

Während der Aussprache zum FDP-Antrag sei es im Niedersächsischen Landtag zu homophoben Äußerungen des AfD-Politikers Stephan Bothe gekommen, wonach homosexuelle Blutspender eine Gefahr darstellen würden. Björn Försterling, stellvertretender Vorsitzender der FDP-Fraktion, stellte daraufhin noch einmal ganz deutlich klar: "Es gibt viele homosexuelle Beziehungen, die sind monogam. Da gibt es kein sexuelles Risikoverhalten. Es ist überhaupt nicht nachzuvollziehen, warum diese Menschen zwölf Monate keinen Geschlechtsverkehr in einer monogamen Beziehung und in einer Ehe praktizieren, weil sie dann nur so Blut spenden können. Wir können doch nicht allen Ernstes auf dieses Blut verzichten."

Dass der Niedersächsische Landtag den FDP-Antrag mit großer Mehrheit angenommen hat, ist laut Sylvia Bruns ein starker Erfolg der Freien Demokraten und ein wichtiger Schritt hin zu einer diskriminierungsfreien Blutspende.

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