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FDP will elternunabhängiges BAföG

StudentinMit einem Baukasten-BAföG will die FDP künftig Studierende unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern fördern

Gerade mal 22 Prozent der deutschen Studierenden erhielten 2016 Leistungen aus dem Bundesausbildungsförderungsgesetz, kurz: BAföG. Es wird Zeit für eine Bildungsoffensive, meinen die Freien Demokraten. Ihrer Ansicht nach ist BAföG nicht mehr zeitgemäß. Im Bundestag hat die FDP-Fraktion nun ein Konzept für eine völlig neue Ausbildungsförderung für Studierende angemahnt. Völlig zu Recht meint der Vorstandsvorsitzende der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Karl-Heinz Paqué, selbst Professor an einer deutschen Universität. Die Ideen der Liberalen könnten den Startschuss für eine wichtige Diskussion liefern.

In seiner Philosophie ist das BAföG von 1971 rund 50 Jahre alt. Entsprechend ist es aufgebaut: als ein Modell der Unterstützung der Kinder von Eltern, die sich die Finanzierung eines Studiums ihrer Kinder nicht leisten können, zu der sie rechtlich verpflichtet sind. Dieses Modell ist nicht mehr zeitgemäß. Es macht faktisch die Entscheidung von Jugendlichen abhängig von der Bereitschaft der Eltern, den Studienwunsch der Tochter oder des Sohnes zu unterstützen. Denn welcher studienwillige Jugendliche würde schon gegen den Willen der Eltern BAföG beantragen?

Baukasten-BAföG als erster Aufschlag

Die Grundrichtung einer nötigen Reform liegt auf der Hand. Es gilt, eine elternunabhängige Finanzierung des Studiums sicherzustellen – und zwar für alle jungen Menschen, die studieren wollen und einen Studienplatz finden. Die FDP hat im Bundestag mit einem sogenannten „Baukasten-BAföG“ einen ersten Aufschlag gemacht. Sie haben vor, künftig Studierende unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern zu fördern.

Der liberale Baukasten ist so konstruiert, dass er allen jungen Menschen, die es wünschen, ein Studium erlaubt – und dies ohne weitere Abhängigkeit von der finanziellen und menschlichen Situation im Elternhaus. Der Vorschlag wird wohl auch nicht viel teurer als das derzeitige System, weil er im Sockelbetrag das etwa gleichhohe Kindergeld durch das „Bildungsgeld“ ersetzt, was im Übrigen auch genau dem Gefühl sozialer Gerechtigkeit entspricht, das bei der Unterstützung von Jugendlichen in unserer Gesellschaft herrscht. Der Zuschuss wird nur gewährt, wenn der Studierende auch arbeitet – und damit einen eigenen Beitrag zur Wertschöpfung leistet, ob nun ehrenamtlich oder kommerziell, was im Übrigen als erster Einstieg in die Welt der Arbeit positiv zu sehen ist. Das Darlehen schließlich muss erst nach 20 Jahren zurückgezahlt werden – und dies nur dann, wenn es wirtschaftlich zumutbar ist.

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