FDPGesundheitspolitik

Gemeinsame Anstrengung gegen Krebs

Daniel BahrDaniel Bahr
03.03.2013

Durch den Nationalen Krebsplan wollen Politik, Wissenschaft und Patientenorganisationen die Krebsfrüherkennung und -behandlung verbessern. Gesundheitsminister Daniel Bahr sprach im Interview über das neue Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz und die bereits gemachten Fortschritte. Eine Krebsdiagnose müsse heutzutage kein Todesurteil mehr sein, unterstrich der Gesundheitsminister.

Die vordringlichen Handlungsfelder des Nationalen Krebsplans seien die Verbesserung der Krebsfrüherkennung, die Weiterentwicklung der Krebsversorgung und deren Qualität sowie die Stärkung des Patientenwissens, führte Bahr aus. Die Kooperationspartner hätten zu diesem Zweck gemeinsam Ziele festgelegt und zahlreiche Empfehlungen erarbeitet. Die Bundesregierung habe hier bereits einen großen Beitrag geleistet: "Mit dem jüngst im Deutschen Bundestag beschlossenen Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz werden zwei zentrale Empfehlungen des Nationalen Krebsplans umgesetzt."

Krebsregister verbessern Behandlung und Versorgung

Der Gesundheitsminister versicherte, dass durch die Krebsregister niemand an den Pranger gestellt werden solle. Durch den kollegialen Austausch solle ein kontinuierlicher, gegenseitiger Lernprozess ermöglicht werden. Ziel sei es, für die Patienten die optimale Behandlung zu finden.

In dem einheitlichen klinischen Krebsregister sollen sämtliche Patientendaten erfasst werden, damit jeder Kranke die für ihn optimale Behandlung erhalten kann. Darüber hinaus dienten die Daten auch als Grundlage für eine weitere Verbesserung der Therapien und könne wertvolle Erkenntnisse für die Versorgungsforschung liefern, unterstrich Bahr. "Mit dem Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz haben wir die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen geschaffen."

Einladung zur Früherkennung

Bahr kritisierte, dass die Teilnahme der Bevölkerung an der Krebsfrüherkennung nicht zufriedenstellend sei. Insgesamt nähmen jedes Jahr nur circa 48 Prozent aller Frauen und etwa 27 Prozent aller Männer eine Krebsfrüherkennungsuntersuchung in Anspruch. Dies liege einerseits daran, dass die Versicherten nicht genügend über die Angebote informiert sind. Andererseits bestehe häufig Unsicherheit über die Vor- und Nachteile von Früherkennungsuntersuchungen.

Besonders bei Darm- und Gebärmutterhalskrebs seien die Heilungschancen bei einer frühen Diagnose besonders gut, unterstrich der Gesundheitsminister. "Ähnlich wie beim Mammographie-Screening zur Brustkrebsfrüherkennung sollen nun die Bürger auch über die Gebärmutterhalskrebs- und Darmkrebsfrüherkennung persönlich informiert und dazu eingeladen werden." Im Mittelpunkt stehe dabei eine ausgewogene Beratung. "Niemand soll überredet werden", stellte Bahr klar.

Große Fortschritte bei der Therapie

"Trotz des Schreckens, den eine Krebsdiagnose meistens auslöst, muss eine Krebserkrankung heutzutage kein Todesurteil mehr sein", unterstrich der Gesundheitsminister. "Für einige Krebsarten sind die Überlebenschancen inzwischen sehr gut." Die Überlebensraten hätten sich in vielen Fällen deutlich verbessert. Bahr betonte, dass diese Fortschritte das Ergebnis von langjährigen Aktivitäten auf gesundheitspolitischer und wissenschaftlicher Ebene seien.

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