StiftungAntisemitismus

Intoleranz im eigenen Umfeld entgegentreten

Symbolbild: Ein brennender Davidstern. Copyright: Thomas Koch / Shutterstock.comSymbolbild: Ein brennender Davidstern. Copyright: Thomas Koch / Shutterstock.com

Wehret den Anfängen: Erscheinungen des alltäglichen Antisemitismus sind nicht nur in der rechtsextremen Szene weit verbreitet, sondern auch in der Mitte der Gesellschaft. Gerade im Netz wächst der Hass auf Juden und auf Israel. Über mögliche Erklärungen und Antworten auf dieses Phänomen sprach freiheit.org mit Christoph Giesa, Autor des Buches "Gefährliche Bürger. Die neue Rechte greift nach der Mitte". Er fordert, die Intoleranz auch im eigenen Umfeld zu erkennen und gezielt zu bekämpfen.

Der antisemitische Hass komme aus unterschiedlichsten Richtungen, egal ob von rechts, links oder etwa islamistisch, hält Giesa fest. Dieses Denken stecke auch schon in den Köpfen, bevor jemand einen antisemitischen Kommentar auf Facebook oder Twitter teile. Nun erhöhten die sozialen Medien jedoch die Sichtbarkeit solcher Äußerungen. Auch erlaubten sie es denjenigen, "die früher in ihrem Umfeld mit ihrem Denken isoliert waren, plötzlich starke Netzwerke über tausende Kilometer hinweg zu bilden", konstatiert er. Im Laufe dieser Entwicklung würden sich viele Menschen online auch radikaler und rücksichtsloser verhalten, als sie es offline täten.

Sein Ratschlag: "Sobald sich der Hass im justiziablen Bereich bewegt – Volksverhetzung, Beleidigung, Aufrufe zum Mord etwa – plädiere ich stark dafür, die Strafverfolgungsbehörden einzuschalten." Das Internet dürfe nicht zu einem rechtsfreien Raum werden, unterstreicht Giesa. Darüber hinaus müsse man antisemitische Äußerungen auch im eigenen Umfeld erkennen und entschlossen zurückweisen. Hier lohne es sich eher, die Diskussion zu suchen, als "mit irgendwelchen Trollen, die man nicht kennt und bei denen man nicht sicher sein kann, dass es sich nicht um Propaganda-Bots handelt". (ch)

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