FraktionenRundfunkbeitrag

Investition in die Vielfalt des Rundfunks möglich

Ulrich GollUlrich Goll glaubt an die Vielfalt des Rundfunk- und Fernsehangebots

Die Diskussion über die Fragen der Struktur, der Kosten und des Auftrags der Rundfunkanstalten hat auch den Stuttgarter Landtag erreicht. Anlässlich einer Debatte über die Finanzierung des Rundfunks im zuständigen Ständigen Ausschuss des Landtags stellte der medienpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Ulrich Goll, den Standpunkt seiner Fraktion dazu klar: Eigentlich wäre es nun angebracht, den Rundfunkbeitrag zu senken." Die FDP/DVP-Fraktion trete nach wie vor dafür ein, dass überschüssige Einnahmen an die Beitragszahler zurückgegeben werden sollten.

"Dies ist eine Frage der Redlichkeit, aber auch eine Frage der Akzeptanz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks bei denBürgern", so Goll. Es sei jedoch zu befürchten, dass eine bundesweite Mehrheit von Union, SPD und Grünen diesem Vorschlag keine Chance gibt. Deshalb fordere die FDP, den so genannten Vorwegabzug abzuschaffen. Dieser umfasst 11,87 Prozent des Anteils der regionalen Rundfunkanbieter am Beitragsaufkommen und wird dem SWR für die Förderung kultureller Angebote überlassen. "Wenn die kulturellen Angebote zukünftig aus den Beitragsüberschüssen finanziert würden, wäre nicht nur der Transparenz bei der Mittelverwendung besser gedient, sondern auch ein Beitrag zur Förderung der Vielfalt des Rundfunk- und Fernsehangebots in der Fläche Baden-Württembergs geleistet", ist Goll überzeugt.

Kommentare (1)

Heiko Sander
02.03.2018 - 19:24
Der Zwangsbeitrag für ARD und ZDF gehört abgeschafft. Es geht bei dem ganzen Sendergeflecht von über 22 TV-Kanälen und über 77 Hörfunksendern immer mehr nach Quoten und Zielgruppen, genau wie bei den Privatsendern auch. Die Rundfunkbeiträge sind nicht dafür gedacht, um mit den Privatsendern zu konkurrieren und massentaugliche Programme zu veranstalten, wie es die Privatsender schon seit Jahren praktizieren. Und so kommt, was kommen musste. Viele Heimatsender der ARD verabschiedeten sich in letzter Zeit von deutschsprachiger Musik, um noch mehr den Massengeschmack von Hörern zu bedienen, so wie die Privaten auch. Der Programmauftrag bleibt auf der Strecke und die Hörer sind die Leidtragenden. Wozu gibt es einen Programm- und Kulturauftrag der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, wenn diese sich lieber anhand von Quoten legitimieren? In dieser Kernfrage liegt auch der Schlüssel verloren gegangener Akzeptanz gegenüber dem Zwangsbeitrag.

Diesen Artikel:

Ähnliche Artikel:

Social Media Button