FDPLandtagswahl 2017

Kubicki führt FDP zweistellig ins Ziel

Wolfgang KubickiFDP-Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki bedankt sich für das Vertrauen der Wähler

Rund 2,3 Millionen Menschen in Schleswig-Holstein hatten heute die Wahl. Umfragen zufolge war das Rennen in Schleswig-Holstein denkbar knapp. FDP-Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki war bei seiner Stimmabgabe sehr zuversichtlich, dass die Freien Demokraten ein zweistelliges Ergebnis erreichen können. Das ist ihnen gelungen. Sie erzielten laut Hochrechnung satte 11 Prozent und konnten so um drei Prozent zulegen. "Ein guter Tag für die Freien Demokraten", sagt der FDP-Spitzenkandidat. "Heute ist ein schöner Abend", freut sich auch FDP-Chef Christian Lindner über die Motivation über Schleswig-Holstein hinaus.

Er könnte einer der Königsmacher sein: Die Küstenkoalition steht vor dem Aus. Laut ARD-Prognose kommen die Sozialdemokraten von Regierungschef Albig nur noch auf 26 Prozent. Die CDU mit Spitzenkandidat Günther legt zu auf 33 Prozent. Stark sind auch die Grünen. Mit 13,5 Prozent sind sie noch stärker als 2012, und deutlich besser als im Bundestrend. Die AfD muss bangen - sie liegt laut Prognose bei 5,5 Prozent. Der Sprung ins Landesparlament ist damit nicht sicher.

Die Liberalen holen mit ihrem Frontmann Wolfgang Kubicki 11,5 Prozent und verbessern damit ihr Ergebnis von 2012 deutlich. Für die FDP geht der Trend also weiter nach oben - eine Woche vor der wichtigen Wahl in NRW ist das ein Signal der Stärke.

Kubicki hatte zuvor bezweifelt, dass die Koalition aus SPD, Grünen und SSW ihre Mehrheit behält. Bei der jetzigen Koalition sei Selbstgefälligkeit riesiger Hektik gewichen, weil die Umfragewerte für die SPD gesunken sind. "Es gibt in diesem Land keine schlimmeren Heuchler als die Sozialdemokraten", sagte Kubicki. So beklage die SPD in der Bildung Zustände, für die sie selbst verantwortlich sei.

Haben den höchsten Zuwachs erzielt

Kubicki reagiert auf das ErgebnisKubicki reagiert auf das Ergebnis

Kubicki ist sehr zufrieden mit dem Abschneiden seiner Partei bei der Landtagswahl. "Wir haben bei deutlich gestiegener Wahlbeteiligung als demokratische Partei den höchsten Zuwachs erzielt, das muss uns erstmal einer nachmachen", sagte er bei der Wahlparty der Freien Demokraten in Kiel. "Wir stellen fest, dass es für die Regierung Albig in der bisherigen Konstellation keine Mehrheit mehr gibt, alles weitere werden wir sehen".

Er will SPD und Grünen nicht zu einer Regierungsmehrheit verhelfen und kann sich eine Ampelkoalition mit der Hilfe der FDP schwer vorstellen. "Ich hätte nie erwartet, dass die Union so weit vor der SPD liegt. Das ist ein guter Tag für die Freien Demokraten, denn wir haben das Ergebnis ja aus eigener Kraft geschafft, wir haben ja auch keine Bundestagsfraktion", sagte Kubicki im ZDF. Ministerpräsidenten Torsten Albig warf er Hochmut vor. "Wer so viele Prozente verliert, wer so selbstgefällig ist wie Torsten Albig, der kann doch nicht erwarten, dass man ihm im Amt hält. Also die Sozialdemokraten müssen auch mal in sich gehen, aber eine Regierung unter der Führung von Torsten Albig kann ich mir schwer vorstellen."

Im Interview mit n-tv ergänzte er: "Diejenigen, die den Ministerpräsidenten stellen wollen, müssen auf die Freien Demokraten zukommen und erklären, wie sie sich eine politische Gestaltung der nächsten fünf Jahre vorstellen. Wenn das passt, dann ist eine Zusammenarbeit möglich."

Reaktionen aus den Ländern: Rückenwind für NRW

Freude in der Berliner ParteizentraleFreude in der Berliner Parteizentrale

"Das tolle Ergebnis der Freien Demokraten an der Küste gibt uns starken Rückenwind für den Schlussspurt im NRW-Wahlkampf", gratuliert der Generalsekretär der FDP NRW, Johannes Vogel den Wahlkämpfern an der Waterkant. "Wie zuletzt bei vielen Landtagswahlen haben SPD und Grüne in Schleswig-Holstein ein weiteres Mal die Mehrheit verloren. So wird es der Regierung Kraft-Löhrmann am kommenden Wochenende in NRW auch gehen."

Für den Landesvorsitzenden der Bremer FDP, Hauke Hilz, zeigt das Ergebnis, dass die Menschen den Freien Demokraten zutrauen, die wichtigsten Zukunftsfragen zu beantworten: beste Bildung und gute Infrastruktur. Das waren die wichtigsten Wahlkampffragen, die Rot-Grün-SSW vernachlässigt und nicht verbessert hat.

Für Sebastian Czaja, Fraktionsvorsitzender der FDP im Abgeordnetenhaus von Berlin, beweist Kubicki einmal mehr, dass man mit Authentizität, Klarheit und Klartext Wahlen gewinnen kann. Heute darf gefeiert werden, ab morgen werden die Ärmel wieder hochgekrempelt und weitergearbeitet.

Kommentare (2)

Brandt
08.05.2017 - 11:14
Liberalität 1. Alle reden vom "natürlichen" Führungsanspruch des Spitzenkandidaten der CDU: Herr Günther solle, um Ministerpräsident zu werden, eine schwarz-grün-gelbe Regierung bilden. Alternativlos ist diese Option allerdings nicht. Herr Albig wird seinerseits wohl kaum mehr den Anspruch erheben wollen, Ministerpräsident zu bleiben. Eine Ampelkoalition ist dennoch möglich, und vernünftigerweise dürfte dann der Name eines streitbaren und ebenso beliebten Spitzenpolitikers fallen: Herr Kubicki for President! 2. Anmerkung: Die absoluten Zahlen (bei 100% Wahlbeteiligung) zeigen, dass die Rechtspopulisten 4% der Stimmen bekommen haben. Mehr liberaler Verstand ist (bei allen demokratischen Parteien) notwendig, um populistische Stimmungsmache zu entkräften! 3. Das Gespenst der Rechtspopulisten im Deutschen Bundestag muss nicht Wirklichkeit werden. Dafür müssen alle demokratischen Parteien ihre jeweilige Wählerschaft mobilisieren. Der Wiedereinzug der FDP ist im Interesse aller Demokraten
Trueteam
07.05.2017 - 21:32
Ein tolles Ergebnis für die FDP in Schleswig-Holstein. Aber das Vertrauen der Wähler muss nun auch mit guter Poltik von der FDP vergolten werden. Hierzu muss die FDP in die Regierung. Entweder Jamaika oder Ampel, aber eines muss klar sein, die Koalition muss wesentlich von der FDP geprägt sein.
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