FDPFrauenförderung

Maßnahmen ergebnisoffen diskutieren

Nicola BeerNicola Beer will Frauen für ein politisches Engagement und ein politisches Amt innerhalb der Partei begeistern
18.04.2018 - 15:55

Trotz vieler Initiativen in der Vergangenheit sind Frauen in der FDP noch immer unterrepräsentiert. Mit einer Ad-hoc-Arbeitsgruppe wollen die Freien Demokraten ausloten, wie die FDP für Frauen attraktiver werden kann. "Für uns ist klar, dass wir noch Luft nach oben haben“, erklärt FDP-Generalsekretärin Nicola Beer. Ziel ist es, Frauen für ein politisches Engagement und ein politisches Amt zu begeistern. Zudem sollen verstärkt weibliche Wählerinnen angesprochen werden. Ein Arbeitspapier liefert erste Impulse.

Die Arbeitsgruppe wird ergebnisoffen und breit gefächert Maßnahmen zur Förderung diskutieren. Sie setzt sich aus Frauen und Männern aus der kommunalen, Landes- und Bundesebene der Partei zusammen, aber auch aus externen Experten aus Wirtschaft und Gesellschaft. Dabei sollen sowohl neue Möglichkeiten als auch bereits in der Vergangenheit genutzte Maßnahmen analysiert und bewertet werden. Ein abschließender Maßnahmenkatalog soll bis Ende 2018 dem Vorstand überreicht und auf dem Bundesparteitag 2019 beraten werden.

Manche Frauen schrecke teilweise die zeitintensive Arbeit in der Politik zurück. "Für mich als Generalsekretärin ist es ein persönliches Anliegen, dass wir an dieser Stelle besser werden“, sagt Beer. Den Bedenken muss – auch durch neue, zeit- und ortsunabhängige Arbeitsmöglichkeiten – aktiv entgegengewirkt werden, um die Attraktivität in diesem Berufsfeld zu fördern – sowohl für Frauen wie auch für Männer.

Auch wenn drei von neuen Präsidiumsposten in der FDP von Frauen besetzt sind, müssen Frauen auch in anderen Bereichen der Partei Möglichkeiten geschaffen und Anreize gesetzt werden. Die FDP schöpft hier ihr Potential noch nicht vollkommen aus. Eine Quote, um Frauen in Positionen zu garantieren, sieht Beer allerdings kritisch. (fk)

Kommentare (1)

Thorsten Krings
18.04.2018 - 19:38
Eine Quote kann nie die liberale Antwort auf ein Problem sein. Sie ist zutiefst illiberal und gerade für den Liberalen heiligt der Zweck eben nicht die Mittel. Aber das Problem wird auch nicht richtig erkannt. Letztlich geht es hier -in fast allen Parteien- um ein innerparteiliches Demokratiedefizit. Fakt ist, dass Nominierungsprozesse oft intransparent ablaufen und Posten, Ämter und Listenplätze in einem inneren Zirkel vorverteilt werden. Wir haben doch alle schon erlebt, dass brave Parteisoldaten sich Posten und / oder Listenplätze erdienen. Hier muss man ansetzen und mehr Wettbewerb und offenere Prozesse fördern.
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