FDPDigitale Gesellschaft

Mehr Engagement und Geld für digitale Bildung

Nicola BeerNicola Beer wirft der Koalition vor, die digitale Bildung verschlafen zu haben
26.03.2015

Die große Koalition will die digitale Bildung im Unterricht voranbringen. Ein entsprechender Antrag wurde am Donnerstag in den Bundestag eingebracht.  "Die jetzigen Vorschläge gehen in die richtige Richtung, sind allerdings nicht mehr als Ankündigungen", sagt FDP-Generalsekretärin Nicola Beer. Sie wirft der Koalition vor, die digitale Bildung verschlafen zu haben. Stattdessen seien 230 Milliarden Euro für die Rente eingesetzt worden.

Die Große Koalition hätte besser über einen an Bildung gebundenen Umsatzsteueranteil für die Länder nachdenken sollen, meint Beer. Denn: "Digitale Bildung ist ein finanzieller Kraftakt, der nur mit deutlich mehr Geld gelingen wird."  Ihrer Ansicht nach brauchen "wir unmittelbar mehr Engagement und Geld für digitale Bildung, um nicht noch weiter zurückzufallen", verweist sie auf eine Studie zu Computer- und informationsbezogenen Kompetenzen (ICILS), derzufolge deutsche Schüler international nur mittelmäßig sind. Beer mahnt: "Digitale Bildung wird sich nicht von heute auf morgen verbessern lassen. Wenn Union und SPD das Schneckentempo nicht anziehen, profitieren frühestens unsere Enkel."

Der Forderungskatalog der Freidemokratin lautet: "Beste digitale Bildung braucht in den neuen Entwicklungen und Techniken ausreichend qualifizierte Lehrer, die Weiterentwicklung des Informatikunterrichts, um Schüler in allen Aspekten der Digitalisierung fit zu machen, und eine technische Ausstattung, die endlich die Kreidezeit verlässt. Nur dann schaffen wir weltbeste Bildung und Chancen für jeden.“

Für FDP-Chef Christian Lindner muss die Modernisierung der Bildungspolitik "ein Projekt des Gesamtstaats" sein. "Vernetzte Schule und ein Tablet für jeden Schüler erlauben neuen Unterricht und hochindividuelle Förderung. Stattdessen werden 230 Milliarden Euro für die Rente eingesetzt. Verstehen Sie, worauf ich hinaus will? Unserem Land fehlt Mut zu grundlegenden Problemlösungen", sagte Lindner der "Süddeutschen Zeitung".

Kommentare (1)

Gerolf Kurowski
31.03.2015 - 20:10
Für je 11 Schüler steht heute eine Vollzeitlehrer (recherisch) zur Verfügung. Wenn also in einer Klasse durchschnittlich 22 Schüler sind (manchmal sogar 33) bedeutet dies, dass mindestens jeder 2te Lehrer heute ganztägig und ganzjährig vom Unterricht völlig freigestellt ist Und die Hälfte, die also noch eingeteilt wird, unterrichtet nur die Hälfte eines Jahres, weil in der anderen Hälfte die Schulen völlig geschlossen sind (104 Sonn- und Samstage, 75 Ferien- und ca. 8 Feiertage = 187 Tage).Und in dieser Hälfte des Jahres wird dann nur die Hälfte einer Woche unterrichtet (Selbst die Höchststundenzahl v.27 Unterrichtstunden a 45 Min. sind in Wirklichkeit nur 20 richtige Stunden. Und in diesen 20 Stunden  wird dann nur die Hälfte planvoller Unterricht durchgeführt. Die andere Hälfte fällt aus, weil Lehrer krank sind, auf Fortbildung oder einfach nicht hingehen oder zu spät kommen ( Mal die Kinder fragen!!). Einzige Lösung; Alle Lehrer in die Schule: ganztägig, ganzjährig. So geht Zukunf
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