StiftungDemokratie und Medien

Mit Aufklärung und Gelassenheit gegen Fake News

Sabine Leutheusser-SchnarrenbergerSabine Leutheusser-Schnarrenberger spricht sich für einen fairen, aufgeklärten öffentlichen Diskurs aus
01.02.2017 - 17:00

Das Phänomen von Fake News beherrscht auch die seriösen Schlagzeilen. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Vorstandsmitglied der Stiftung für die Freiheit, erläutert für Meinungsbarometer.info, was der Staat dagegen tun soll – und was nicht. Ausufernde Kontrollmaßnahmen der Politik hält sie für das falsche Mittel. "Mit welcher Kompetenz soll das Bundespresseamt zensieren, was wahr und falsch ist? Ein solches Abwehrzentrum greift viel zu spät in den Prozess ein, da die falsche Meldung bereits in die Welt gesetzt wurde", gibt sie zu bedenken.

Vielmehr seien andere Strategien entscheidend. "Technisch gilt, dass Social Bots entdeckt werden. Dafür benötigen wir vor allem mehr Personal und Kompetenz", fordert Leutheusser-Schnarrenberger. Der hohe Wert der Meinungs- und Pressefreiheit bedeute auch, dass die Bürger in der Verantwortung lebten, sich unabhängig zu informieren, aufzuklären und vermeintliche Wahrheiten zu hinterfragen, betont sie. "Der Staat hat nicht die Aufgabe einer Gedankenpolizei. Medien und Öffentlichkeit müssen zuerst selbst dagegen vorgehen."

Demokratie lebe letztendlich vom Austausch von Argumenten und dem fairen Diskurs, so Leutheusser-Schnarrenberger weiter. Sie ruft alle Parteien auf, in den kommenden Wahlkämpfen mit Tatsachen zu argumentieren und gezielte Manipulationen zulasten der politischen Gegner zu unterlassen. Darüber hinaus brauche es nach wie vor Qualitätsjournalismus, der nicht nur von zahlenden Nutzern unterstützt gehöre. "Es macht eben einen großen Unterschied, ob man sich an Fakten hält – oder von alternativen Fakten redet, die nichts anderes sind als Lügen", stellt sie klar.

Facebook muss sich seiner Verantwortung stellen

Dass Facebook angekündigt hat, die Newsfeed-Algorithmen mit Blick auf diese Problematik anzupassen, ist aus Sicht von Leutheusser-Schnarrenberger begrüßen. Zudem sollten Nutzer und Fakten-Check-Organisationen als Falschmeldung identifizierte Beiträge mit einer Art Warnstempel künftig versehen können. "Diese Schritte zeigen, das Facebook endlich reagiert. Es wird auch Zeit", konstatiert sie. Denn Facebook sei mehr als eine Plattform, es müsse sich auch seiner redaktionellen Verantwortung stellen. "Das entlässt die Nutzer aber nicht aus ihrer Verantwortung", mahnt sie. "Wer ernsthaft dem Facebook-Algorithmus als Basis seiner Informationen vertraut, ist selbst schuld, wenn er Manipulationen zum Opfer fällt."

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