FDPArbeitspolitik

Nahles legt der Wirtschaft Fesseln an

Michael TheurerMichael Theurer kritisiert, dass die Bundesarbeitsministerin in unternehmerische Freiheit und Flexibilität eingreift
23.11.2015 - 14:00

Ein Gesetzentwurf von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) zu Zeitarbeit und Werkverträgen ruft FDP-Präsidiumsmitglied Michael Theurer auf den Plan. Nahles drehe "nicht nur an den Daumenschrauben der Regulierung, sie ist im Begriff, Deutschland wieder zum kranken Mann Europas zu machen", warnte er. Theurer fordert: "Statt unseren Betrieben zusätzliche Fesseln anzulegen, sollte die Bundesregierung ihren Kurs ändern. Wir brauchen gerade jetzt eine starke Wirtschaft, um die Flüchtlingskrise zu schultern."

Das Nahles-Konzept schaffe zusätzliche Bürokratie und bedrohe Aufgabenteilung und Spezialisierung, die gerade durch die Digitalisierung noch wichtiger würden, konstatierte der Freidemokrat. Er fand klare Worte für die Ansätze der Arbeitsministerin: "Frau Nahles unterstellt Unternehmen wiederholt, Formate wie die Zeitarbeit und Werkverträge auszunutzen, um Arbeitskosten zu sparen. Ein Vorwand, um massiv in unternehmerische Entscheidungen einzugreifen."

Dabei wüssten im Zweifel die Unternehmer am besten, was dem Unternehmen und seinen Mitarbeitern zugutekomme, gab Theurer zu bedenken. "Mitbestimmung ist ein wichtiges Gut, das in unseren Betrieben bestens funktioniert. Was die Sozialdemokraten nicht verstanden haben, ist, dass nur unternehmerische Freiheit und Flexibilität Wohlstand und Arbeitsplätze schaffen", betonte er.

Kommentare (3)

Christoph Mildner
24.11.2015 - 19:18
Ja und nein - Es gibt genug Fälle, in denen Unternehmen Zeitarbeitsverträge und Werkverträge missbraucht haben, zum Beispiel die Schlachtindustrie hier in Norddeutschland. Lassen Sie uns Wege finden, dies zu unterbinden und Arbeitnehmer zu schützen! Ansonsten ist die Forderung nach wirtschaftlichem Liberalismus nicht viel wert. Freiheit muss man auch in Anspruch nehmen können - und dafür braucht man eine faire Bezahlung und finanzielle Sicherheit.
Hochenedel, Alexander
24.11.2015 - 18:54
Sehr geehrter Herr Theurer, ich finde den Vorstoß von Frau Ministerin Nahles vollkommen richtig. Ich bin Referent bei Bildungseinrichtungen die Erwerbssuchende in den AM integrieren. Wissen Sie wieviele von diesen Leuten gerne eine Weiterbildung absolvieren würden, dies jedoch nicht können weil sie es sich einfach nicht leisten können. Die AA tuen nichts. Mit 8,50€ oder 8,80€ IGZ Tarif ist eine selbst finazierte Weiterbildung schlicht weg nicht machbar. Ich habe mich mit dem dänischen Finazierungsprojekt für Arbeitssuchende beschäftigt. Muss ehrlich sagen, dieses gefällt mir besser wie unseres. Bei uns muss man erst sechs Monate SGB II Empfänger sein damit mal überhaupt an eine Genehmigung für eine Weiterbildung gedacht wird. Zeitarbeit ist in Deutschland das Tor zur Armut! Sorry, das kann nicht angehen! Mit den besten Grüßen Alexander Hochenedel
Liberaler
24.11.2015 - 18:06
Unserem Unternehmen das Kunden mit IT Spezialisten unterstützt hat dieser ganze Bürokratiemist schon getroffen, obwohl Unternehmen knapp unter 50 MA mussten wir für unsere nun auf Arbeitnehmerüberlassungszertifizierung drängende Kunden viel Geld in die Hand nehmen, dabei Personal etliche Monat im Unternehmen sitzen gehabt die aufgrund dieser vom Betriebsrat des Kunden geforderten Maßgabe egal wie von allen Dienstleistern umgesetzt haben. Im Schnitt vier Monate Bearbeitungszeit und etliches an Aufwand, neue AN Verträge, neue Verträge die vom Kunden "aufoptruiert" werden teure Rechtsprüfungen nach sich ziehen, Bearbeitungsgelder und und und... Das einzige an der "Flüchtlingsthematik" war das die Frau die über 20 Semester studiert hat in der dieser Zeit keinen weiteren Quatsch verzapfen konnte. Vielleicht sollte sie nach Griechenland abgesandt werden um da ihre "Rettung" und Ideologie anzubieten. Stoppt diese Frau, sie ruiniert Deutschland nach und nach.
Social Media Button