FDPE-Auto-Quote

Quote für E-Autos ist Harakiri-Strategie

Parkplatz für E-AutosZukunftsstrategie Auto: Für ein mobiles Land – ohne Verbote
15.08.2017 - 18:25

Die SPD entdeckt den Abgasskandal als potenziellen Wahlkampf-Aufreger: SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz spricht sich nun für eine verbindliche Elektroauto-Quote in Europa aus. Die FDP lehnt eine Quote strikt ab. "Wir setzen auf Technologieoffenheit statt Planwirtschaft", bekräftigte FDP-Präsidiumsmitglied Michael Theurer. Die deutsche Weltmarktführerschaft beim Verbrennungsmotor preiszugeben, sei eine "Harakiri-Strategie", die im Land drei Millionen Jobs gefährde, sagte Theurer dem "Kölner Stadt-Anzeiger". FDP-Chef Christian Lindner unterstrich: Systemfragen der Mobilität könnten "nicht am Reißbrett entschieden werden".

Es sei ökonomisch und ökologisch bedenklich, einseitig auf batteriebetriebene Motoren zu setzen. Er befürchte, dass das Thema nun "mit blindem Aktionismus" im Wahlkampf "hochgepuscht" werde, nachdem sich der Diesel-Gipfel in Berlin als Flop erwiesen habe. Mit Blick auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung des Fünf-Punkte-Plans von Schulz, moniert Theurer: "Es wäre gut gewesen, die SPD-Minister hätten schon beim Dieselgipfel einen Plan gehabt". Stattdessen hätten sie sich mit der Unionsseite "wie die Kesselflicker" gestritten. "Für das Schmalspurergebnis des enttäuschenden Dieselgipfels mit Software-Update und Prämien trägt die SPD eine Mitschuld", lässt er Schulz nicht aus der Verantwortung. Die Gefahr von Fahrverboten, die insbesondere Pendler und Handwerker gefährden, bestehe nach wie vor.

Autofahrer dürfen nicht für die Fehler der Konzerne bezahlen

Einen weiteren Vorschlag des Kanzlerkandidaten - die Nachrüstung von Dieselfahrzeugen auf Kosten der Hersteller - hält Theurer für eine Binse: "Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass die Autohersteller die Kosten für technische Nachrüstungen tragen müssen. Die Hersteller sind schließlich für die Dieselkrise verantwortlich." Die Autofahrer dürften nicht für die Fehler der Konzerne bezahlen. "Klimaschutzziele und Gesundheitsschutz müssen durch technologische Innovationen erreicht und dürfen nicht durch Manipulationen umgangen werden", schreibt er den Konzernen ins Stammbuch.

Auch FDP-Chef Lindner will weder eine Quote noch die Zukunft des Individualverkehrs auf eine einzige Antriebsart fokussieren. "Alternative Antriebe wie die Brennstoffzelle, aber auch synthetische Kraftstoffe bieten ebenso große Chancen für eine emissionsärmere Mobilität". Deutschland brauche "eine Offenheit für Innovationen aller Art" heißt es in der "Zukunftsstrategie Auto".

Kommentare (1)

Paul Born
15.08.2017 - 20:41
Vor den Fehlern der Konzerne standen die Fehler der Politik: ideologisch motivierte Grenzwerte und unzureichende Prüfvorschriften. Beim CO2 sieht es ja ganz ok aus aber jetzt stürzen sich alle auf NO2. Der NO2 Grenzwert ist umstritten. Am Arbeitsplatz sind 950 mg NO2/m3 zulässig, in der Stadt nur 80. Die Ableitung aus statistischen Studien ist wackelig und spekulativ. Zur Brennstoffzelle: Wasserstoff fällt auch nicht vom Himmel. Da macht man denselben Fehler wie bei den Elektroautos, deren Ladestrom bei uns ziemlich sicher von einem Kohlekraftwerk kommt, was den Batterieantrieb zumindest beim CO2 viel schlechter macht als einen Verbrennungsantrieb.

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