FDPAutokartell-Skandal

Schockierende Vorwürfe gegen Autobranche aufklären

Christian Lindner fordert gründliche Aufklärung im Autokartell-SkandalChristian Lindner fordert gründliche Aufklärung im Autokartell-Skandal
24.07.2017 - 14:57

Die Enthüllungen des Spiegel über angebliche Preisabsprachen deutscher Autobauer haben hohe Wellen geschlagen. "Die möglichen Kartellabsprachen in der deutschen Autoindustrie sind schockierend", sagte FDP-Chef Christian Lindner gegenüber dem Tagesspiegel. Fraglos müssten die Vorwürfe schnell und schonungslos aufgeklärt werden, erläuterte er im Interview mit dem Handelsblatt. Es dürfe keine falsche Rücksichtnahme geben: "Wer allerdings jetzt schon nach der Kanzlerin ruft, schüttet das Kind mit dem Bade aus."

Bei der anstehenden Aufklärungsarbeit seien VW, Audi, Porsche, BMW und Daimler in der Pflicht, so Lindner weiter. Für ihn ist klar: "Marktwirtschaftliche Prinzipien dürfen nicht zulasten den Kunden ausgehebelt werden. Sollten die Vorwürfe zutreffend sein, darf das nicht folgenlos bleiben." Dann müsse die Politik über schärfere Regulierungen nachdenken, führte er aus.

Hintergrund

Laut Spiegel-Informationen sollen VW, Audi, Porsche, BMW und Daimler jahrelang Geheimtreffen abgehalten haben, um technische und Umweltstandards, Preise und Zulieferer festzulegen. Seit den Neunzigerjahren sollen mehr als 200 Mitarbeiter der Konzerne direkt involviert gewesen sein.

Kommentare (2)

Paul Born
26.07.2017 - 10:44
Wenn eine Branche sich über technische Möglichkeiten unterhält, dann ist das kein Kartell. Kartelle haben andere Ziele (meistens Preise). Momentan wird einfach alles aufgegriffen was zur Hexenjagd tauglich erscheint. Die FDP täte gut daran sich sehr zurückzuhalten. Schreier haben wir genug. Erst Fakten abwarten. Hexenjagd ist es auch deshalb, weil jetzt Maßstäbe angelegt werden die zum Zeitpunkt der Entwicklung und Zulassung gar nicht so galten. Plötzlich haben alle ein Stickoxidproblem. Ohne diesen Hype würden sie nichts bemerken. Ich glaube dass man auch deshalb so darauf anspringt, weil man eine weitere Keule gegen das Auto gefunden hat. Wer hat denn jemals sein Auto nachCO2 und Stickoxid gekauft? Nur wenige. Die politischen Vorgaben haben sich weit von der Realität entfernt. Die FDP sollte kühlen Kopf bewahren und an die vielen Wähler denken, denen das Ganze als Autofahrer auf den Geist geht.
Hans Ehm
24.07.2017 - 20:41
Es darf nicht zu lasten der Verbraucher gehen! Die Autobranche muss die alle Kosten für die Abgastechnik usw. übernehmen!
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