FDPInternationaler Tag der Bildung

Schulen müssen Fähigkeiten der Zukunft vermitteln

Schulklasse"Wir brauchen Schulen, die jene Fähigkeiten vermitteln, die in Zukunft verlangt werden", mahnt Sattelberger
24.01.2019

Mehr als 600 Millionen Kinder und Jugendliche in aller Welt könnten bis heute nicht lesen und rechnen. Und aus diesem Grund findet nun jährlich der internationale Tag der Bildung statt. Die UNESCO fordert zum heutigen Welttag der Bildung mehr Chancengleichheit. Der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Thomas Sattelberger, sieht in Deutschland derweil auch Verbesserungsbedarf bei der digitalen Bildung: "Deutschland war viele Jahrzehnte erfolgreich darin, junge Menschen auf die Arbeitswelt vorzubereiten. Die Digitalisierung verlangt nun jedoch neue Antworten."

"Wir brauchen Schulen, die jene Fähigkeiten vermitteln, die in Zukunft verlangt werden", mahnt Sattelberger. "Das muss in den Köpfen ankommen – von Lehrern, Eltern und vor allem nostalgischen Bildungspolitikern." Zu den Anforderungen gehören seiner Ansicht nach: "Programmieren lernen, Algorithmen und Big Data verstehen und vor allem, sich persönliche digitale Souveränität verschaffen." Zudem brauche es ein zweites Bildungssystem für Lebenslanges Lernen. "Der künftige Wohlstand unseres Landes hängt davon ab, ob wir weltbeste Bildung für jeden ermöglichen", mahnt das FDP-Fraktionsmitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung.

Kommentare (1)

Karen Heuges
27.01.2019 - 00:13
Die Bildung in Deutschland ist in den letzten Jahren leider zu einer Spielwiese für soziale Experimente verkommen. Das derzeitige System suggeriert in weiten Teilen, dass Wissen nicht mehr vorrangig als Basis für die weitere Entwicklung erworben werden muss, sondern, dass es primär einen Anspruch aufs Vorankommen gibt. Dabei wird das Kind in den Vordergrund gestellt, aber ohne seine Bedürfnisse nach Orientierung zu berücksichtigen und ohne dem Sinn und Zweck der Wissensvermittlung gerecht zu werden. Die Folge sind überfüllte Hörsäle, hohe Abbrecherquoten und frustierte Unternehmen. Als Informatikerin sehe ich den Abgrund, auf den unsere digitalisierende Gesellschaft zurast. Mathematik und Naturwissenschaften werden wichtiger denn je, genauso wie lebenslanges Lernen. Trotzdem werden die Leute zunehmend in Nischenthemen ausgebildet und dazu mehr, als überhaupt benötigt werden. Das wird auf Dauer dem Standort Deutschland erheblich schaden.
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