StiftungReproduktionsmedizin

Spanische Liberale wollen Leihmutterschaft ermöglichen

Die Ciudadanos streben eine Liberalisierung der Reproduktionsmedizin anDie Ciudadanos streben eine Liberalisierung der Reproduktionsmedizin an

Die spanische Politik debattiert intensiv über die Legalisierung der nichtkommerziellen Leihmutterschaft. "Dieses Gesetz wird eine Realität regeln", heißt es im Vorschlag der spanischen Liberalen (Ciudadanos). "Es kann nicht sein, dass Paare 150.000 Dollar auftreiben und eine Hypothek auf ihr Haus aufnehmen müssen und in die USA gehen, um Mutter oder Vater werden zu können", verdeutlichte Parteichef Albert Rivera bei der Vorstellung des Gesetzesentwurfs. Caroline Haury, European Affairs Manager der Stiftung für die Freiheit in Brüssel, seziert die Debatte.

Aktuell versuchten pro Jahr etwa 1.000 Spanier, sowohl homosexuell als auch heterosexuell, mit Hilfe einer Leihmutter im Ausland eine Familie zu gründen. Wer dann mit seinem Kind zurück nach Spanien kommt, den erwarte ein bürokratisches Dickicht, so Haury. Daher wollten die Ciudadanos eine streng regulierte Form der Leihmutterschaft legalisieren. "Zwar soll es den späteren Eltern erlaubt sein, der Leihmutter Kosten zu erstatten, die mit der Schwangerschaft verbunden sind, doch eine Vergütung soll es nicht geben", erläutert sie. Auch solle die Leihmutterschaft nur für spanische Bürger und Einwohner möglich sein, um einen reproduktiven Tourismus zu vermeiden.

Die 32-köpfige Ciudadanos-Fraktion im Parlament werde allerdings noch viel Überzeugungsarbeit leisten müssen, wenn ihr Entwurf zur Leihmutterschaft irgendwann einmal Gesetz werden solle, konstatiert Haury. "Eine breite gesellschaftliche Debatte wird dabei unausweichlich sein – eine wichtige Debatte, denn Leihmutterschaft zu ignorieren, wo sie für viele Paare und Leihmütter längst zur Realität geworden ist, ist auch keine Lösung."

Kommentare (7)

Erich Bernstein
16.07.2018 - 12:41
Ungeachtet dessen kann man günstigere Varianten finden. In der Ukraine, die schon erwähnt wurde, kostet die Leihmutterschaft nicht so viel (etwa 40.000 EUR), und die Qualität ist auch nicht so schlecht, wie es „sonnenblueme“ meint. Ich muss aber einverstanden, dass die USA auf diesem Gebiet viel besser ist, die Preise dort sind aber riesig. Es gibt auch eine „Kleinigkeit“. Laut dem amerikanischen Gesetz kann das Kind die Staatsangehörigkeit der USA, nicht Deutschland haben. Darum gibt es so viele streitige Verhandlungen, und die Gerichtsentscheidung ist nicht immer zugunsten der biologischen Eltern. In der Ukraine, wo es keinen angelsächsischen Rechtskreis gibt, entstehen solche Schwierigkeiten niemals. Kurz – damit jedes Problem vermeidet werden kann, muss die Leihmutterschaft endlich bei uns erlaubt sein.
Erich Bernstein
16.07.2018 - 12:40
Auf jeden Fall, ist die Leihmutterschaft in Deutschland, Österreich, in der Schweiz und vielen anderen Ländern streng verboten. Verboten ist auch die Vermittlung in diesem Bereich. Darum haben sonstige Paare, die auf Schwierigkeiten mit der Geburt eines eigenen Kindes stoßen, keine andere Wahl als ins Ausland zu fahren, um in einem Land, wo die Leihmutterschaft legalisiert ist, ein Kind zu kriegen. Dabei gibt es schon wieder einige Schwierigkeiten. So muss man Gesetze des gewünschten Landes durchausstudieren, damit es keine Probleme mit der Staatsangehörigkeit des Kindes usw. in Zukunft entstehen. Das Verfahren der Leihmutterschaft im Ausland kostet auch Geld, und die Preise in einigen Ländern sind ziemlich hoch.
Erich Bernstein
16.07.2018 - 12:40
Das ist sehr angenehm, dass es solche Tendenz in Spanien gibt, weil das heißt, dass die Gesellschaft schon fast bereit ist, die Leihmutterschaft hinzunehmen. Trotzdem kann ich nicht sagen, dass die Situation in Deutschland so optimistisch ist, da fast keiner bei uns wagt, in die offene Diskussion davon einzutreten. Deshalb muss man immer mehr diese Frage aufbringen. Soviel ich weiß, gibt es einige Organisationen und Gemeinschaften, die für den Liberalismus auf verschiedenen Gebieten bzw. auf dem Gebiet der Leihmutterschaft eintreten. Es lohnt sich, solche Gemeinschaften zu unterstützen, weil dadurch sich die Regierung endlich mit dem großen Problem des Verbots der Leihmutterschaft ausführlich beschäftigen kann.
sonnenblueme
26.07.2017 - 11:49
Hätte ich eine Entscheidung getroffen die Leihmutterschaft in Kauf zu nehmen, wäre es bestimmt keine Entscheidung der Ukraine zugunsten. Ich habe ja gar kein Vertrauen an die Behandlung in diesem Land. Würde ich lieber viel mehr für die Behandlung in den USA bezahlen, aber sicher sein, dass alles gut und gesichert wäre.
Lola
25.07.2017 - 09:08
Die Natur darf wirklich durch Menschen nicht kontrolliert sein. Ob ein Kinderwunsch erfüllt werden soll oder nicht, entscheidet nur Gott und in keinem Fall die Reproduktionsmediziner. Heute herrscht aber im Bereich der Fortpflanzungsmedizin ein wirres Durcheinander…
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