StiftungFlüchtlingskrise

Stabilität Jordaniens muss eine Priorität der Weltgemeinschaft sein

Syrische Flüchtlinge im jordanischen Lager Zaatari. Bild: Ehab Othman / Shutterstock.comSyrische Flüchtlinge im jordanischen Lager Zaatari. Bild: Ehab Othman / Shutterstock.com

Bis zu fünf Millionen Syrer leben in Lagern und Kommunen in Jordanien, dem Libanon und der Türkei. Diese Aufnahmeländer in der Nachbarschaft Syriens tragen eine große Last: Jordanien hat zudem nicht nur Syrer, sondern auch im Laufe früherer Kriege Hunderttausende von geflohenen Irakern aufgenommen sowie kleinere Kontingente von Flüchtlingen aus dem Jemen und Libyen. Zusammengenommen machen die Flüchtlinge zirka 20 Prozent der jordanischen Bevölkerung aus. Das Land gehört damit zu den zehn Staaten, die zusammen mehr als die Hälfte der Flüchtlinge dieser Welt beherbergen. Für freiheit.org nehmen Ulrich Wacker und Constanze Sturm die Auswirkungen dieser Herausforderung auf die jordanische Gesellschaft unter die Lupe.

Schulsystem, Gesundheitswesen, Wohnungs- und Arbeitsmarkt sowie die staatliche Verwaltung in Jordanien seien längst überlastet, halten die Stiftungsexperten fest. "Spannungen und Konkurrenzen zwischen Flüchtlingen und vor allem den armen Bevölkerungsschichten Jordaniens belasten die Kommunen, die sich von der internationalen Gemeinschaft alleingelassen fühlen", berichten sie. Außerdem hadere das Land mit Sicherheitsfragen und einer geschwächten Wirtschaft, "da es in den Kriegen den irakischen und den syrischen Exportmarkt ebenso verlor wie die Handelsroute durch Syrien zu den europäischen Märkten".

Die jordanische Regierung sehe sich insofern mit Herausforderungen konfrontiert, die auch die europäische Politik sorgen sollten. "Denn Jordaniens politische Stabilität ist in der notorisch instabilen Region ein so wichtiges wie zerbrechliches Gut", unterstreichen die Stiftungsexperten. Es müsse ein vorrangiges politisches Interesse der internationalen Gemeinschaft sein, Jordanien und andere Aufnahmeländer in der Region bei der Bewältigung ihrer Herausforderungen umfassend zu unterstützen und stabil zu halten. Was hierfür schon getan wurde und was noch gemacht werden muss, erörtern die Stiftungsexperten in ihrer Analyse. (ch)

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