22.01.2003FDP-FraktionGesundheitspolitik

THOMAE: Verständnis für Protest der Ärzte

BERLIN. Zu den Protestaktionen der Ärzte erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Dieter THOMAE:

Die Arbeitsbedingungen für die Ärztinnen und Ärzte werden immer schlechter. Die seit 1993 bestehende Budgetierung hat die dringend notwendige Anpassung der Gesundheitsstrukturen nicht zugelassen. Mehr und mehr Arbeitszeit muss für die Erfüllung bürokratischer Vorschriften verwendet werden, die dann für die Versorgung der Patienten fehlt. Bessere Behandlungsmöglichkeiten, die entsprechend teuer sind und ein Mehrbedarf an medizinischer Betreuung, haben keine Berücksichtigung bei der Bemessung der Vergütungen gefunden. Für die Ärzte bedeutet das sinkende Einkommen, für die Patienten eine Rationierung von Gesundheitsleistungen.
Die Nullrunde hat dieses Fass zum Überlaufen gebracht. Die Ärztinnen und Ärzte fühlen sich von der Politik mit den vielfältigen Problemen allein gelassen. Immer wieder haben sie moderat auf die Folgen hingewiesen, ohne dass das irgendetwas bewirkt hätte. Wen wundert es da, dass nun deutlicher spürbar werden soll, dass mit den gesetzlich begrenzten Finanzmitteln nicht mehr jede Behandlung zu jeder Zeit in optimaler Qualität möglich ist. Wichtig ist, dass die Notfallversorgung gesichert und schwerkranke Menschen nicht ohne Hilfe bleiben. Aber das haben die Ärzte ja auch zugesagt.

Holger Schlienkamp - Telefon [030] 227-52378 - pressestelle@fdp-bundestag.de

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