FDPFamilienpolitik

Wechselmodell zum Regelfall machen

Kind auf SchaukelTrennungen betreffen nicht nur die Eltern, sondern vor allem auch deren Kinder.

Trennungen betreffen nicht nur die Eltern, sondern vor allem auch deren Kinder. Können sich Eltern nicht auf ein einvernehmliches Betreuungsmodell einigen, sei das Wechselmodell für die Kinder in der Regel die beste Lösung, meinen die Freien Demokraten. "Mutter und Vater sind gleichwertig", sagt FDP-Vizechefin Katja Suding. Das Prinzip "Einer betreut, einer bezahlt" sei längst nicht mehr zeitgemäß. Im Sinne des Kindeswohls sollten deshalb beide Eltern eine stabile Bindung zu ihren Kindern aufbauen können. Das Wechselmodell bietet dafür die besten Voraussetzungen.

Als Wechselmodell wird die Betreuung von Kindern bezeichnet, die nach einer Trennung der Eltern in beiden Haushalten aufgezogen werden. Wird das Kind nach diesem Modell zu nahezu gleichen Zeitanteilen bei beiden Eltern betreut, erzogen und versorgt, spricht man vom paritätischen Wechselmodell. Damit bildet das Wechselmodell die Alternative zum weitverbreiteten Residenzmodell, bei dem ein Kind nach der Trennung nur von einem Elternteil betreut wird. Das Wechselmodell sieht hingegen vor, dass beide Elternteile dem Kind ein Zuhause bieten.

Für das Wohl des Kindes ist stets eine einvernehmliche Regelung zwischen beiden Elternteilen wünschenswert, sagen die Freien Demokraten. Kommt es aber zu keinem Konsens, bedarf es einer gerichtlichen Entscheidung. Hier will die FDP bei einer Gerichtsentscheidung das Wechselmodell als Regelfall für eine Betreuungsregelung nach einer Trennung festlegen. Die Freien Demokraten sehen hierin den bestmöglichen Weg, dem Kindeswohl gerecht zu werden. Denn: Regelmäßiger und ausgiebiger Umgang mit beiden Eltern stellt nicht nur nach geltendem Recht einen Anspruch des Kindes dar, sondern ist auch zentraler Baustein für die positive kindliche Entwicklung.

Das Wechselmodell ist in mehreren europäischen Staaten bereits die Regel, unter anderem in Italien und Belgien. Auch der Europarat sprach sich 2015 für die Einführung des Wechselmodells als gesetzlichen Regelfall aus. Die FDP fordert deshalb einen Paradigmenwechsel in der deutschen Familienpolitik – weg von tradierten Stereotypen hin zu individuellen Betreuungslösungen für Kinder. Einen entsprechenden Antrag haben die Freien Demokraten bereits in den Deutschen Bundestag eingebracht, der diese Woche im Rechtsausschuss angehört wird.

Kommentare (14)

Franz-Josef Arndt
23.03.2019 - 18:08
Das Wechselmodell ist wieder ein Beispiel dafür, dass trotz gegenteiliger Beteuerungen wieder einmal nicht vom schwächsten Glied, dem Kind, her gedacht wird. Wie soll ein Kind einen stabilen Freundeskreis aufbauen und pflegen, wenn es im wöchentlichen Wechsel unter Umständen weite Wege pendeln muss, wie an Mannschaftssportarten, Feiern im Freundeskreis und an vielem anderen mehr teilnehmen? Es handelt sich nicht um ein durchdachtes Konzept.
Marco Schlemm
15.02.2019 - 17:57
Ja, Eltern sollen in der Kinderbetreuung gleichberechtigt sein, warum auch nicht. Ist die Mutter wichtiger für das Kind als der Vater? Wohl kaum. Scheidungskinder erleiden erhebliche Einbußen, wenn der Vater nach jahrelangem Zusammenleben plötzlich nicht mehr so präsent ist, weil das nicht gewünscht ist. Der gewöhnte Umgang ist nicht mehr da, dass ist ein Problem für das Scheidungskind. Man zieht nicht um, wenn man sich in zwei getrennten Haushalten bei Mutter und Vater zu Hause fühlt. Ein Kind fühlt sich beim Vater nicht zu Hause, wenn es beim am Wochende auf der Couch schläft. Das ist ein gefühlter Besuch,mehr nicht, kein schönes Gefühl.
Marco Schlemm
15.02.2019 - 17:46
FDP, die einzige moderne Partei in Deutschland. Das gelebte und diskriminierende Residenzmodell, Mutter erzieht und Vater zahlt, gehört abgeschafft. Es bevorteil die Mütter in einer Art und Weise die nicht annähernd etwas mit Gleichberechtigung zu tun hat. Der Staat gibt den Müttern seit Ewigkeiten die Möglichkeit, den Vater als Bitsteller da stehen zu lassen. Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass die Mutter den Kindern den Lebensmittelpunkt und die überwiegende Betreuung bei einer Trennung bietet und dies auch für sich beantsprucht. Und wenn der Vater eine gleichberechtigte Betreuung möchte, dann geht das gegen den Willen der Mutter nicht. Auch die finanzielle Bevorteilung der Mutter, sie bekommt Kindesunterhalt und Kindergeld, unabhängig davon wie oft der Vater die Kinder betreut, sorgt schon dafür, dass viele Mütter gegen ein Wechselmodell sind. Weil dann müssten sie sich ja auch den Betreuungskosten der Kinder beteiligen.
Klara Sophie Laue
14.02.2019 - 21:07
Ich bin 14 und meine Eltern betreiben dieses Wechselmodell seit 10 Jahren, am Anfang denkt man das s das ist sehr praktisch weil man somit beide Elternteile gleichmäßig sieht. Doch nach einer Zeit ist das sehr stressig. Man führt ein Doppelleben, nirgendwo ist man richtig zu Hause. Mittlerweile habe ich mich dazu entschieden zu meiner Mutter zu ziehen und finde es einfach viel entspannter.
Klara Sophie Laue
14.02.2019 - 21:06
Ich bin 14 und meine Eltern betreiben dieses Wechselmodell seit 10 Jahren, am Anfang denkt man das s das ist sehr praktisch weil man somit beide Elternteile gleichmäßig sieht. Doch nach einer Zeit ist das sehr stressig. Man führt ein Doppelleben, nirgendwo ist man richtig zu Hause. Mittlerweile habe ich mich dazu entschieden zu meiner Mutter zu ziehen und finde es einfach viel entspannter.
Social Media Button