FDPBundesparteitag

Wir müssen viel in unserem Land verändern

Bettina Stark-WatzingerBettina Stark-Watzinger wurde neu ins Präsidium der FDP gewählt.
29.09.2020

Immer wieder heißt es, die FDP habe ein Frauenproblem. Dabei mangelt es nicht an fähigen Frauen an der Spitze dder Partei. Wie zum Beispiel Bettina Stark-Watzinger. Die Parlamentarische Geschäftsführerin der FDP-Fraktion, die am Wochenende ins Präsidium der Partei aufgerückt ist, stellte im Interview mit dem ZDF-Morgenmagazin klar: "Mit Lydia Hüskens in Sachsen-Anhalt, mit Daniela Schmitt in Rheinland-Pfalz haben wir Spitzenkandidatinnen und wir sind jetzt über 40 Prozent im Präsidium - ich denke, da ist schon einiges passiert." Statt über die Frauenquote zu sprechen, will sie lieber einen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf leisten. 

Denn: "Wir haben tolle junge Frauen. Wir sehen allerdings, dass wir sie dann meistens in der Rushhour ihres Lebens verlieren. Also, dass wenn dann ein Beruf auch noch dazukommt und Familie dazukommt, dann verlieren wir oft die jungen Talente."

Das beträfe nicht nur die FDP, sondern insgesamt seien Frauen in der Politik wie in der Wirtschaft auch unterrepräsentiert. Und da will die Wirtschaftsexpertin ansetzen. Ihrer Ansicht nach muss die Selbstverwirklichung in allen Bereichen des Lebens möglich sein. Grundlage dafür sei eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, durch umfangreiche Betreuungsangebote und mehr Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung. "Wir wollen Kinderbetreuung und Schule so modernisieren, dass junge Menschen gefördert und Familien entlastet werden. Eine digitale Unterrichtspflicht wäre ein Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Zukünftig dürfen Frauen im Mutterschutz nicht mehr aus Vorstandspositionen abberufen werden", sagt auch FDP-Chef Christian Lindner.

Wir können dieses Land voranbringen

Mit Blick auf die Corona-Krise sagt Stark-Watzinger: "Jetzt stehen ja auch Arbeitsplätze im Vordergrund. Wir haben gesehen, dass Familien sehr stark belastet waren in der Krise, dass sie Homeschooling machen mussten. Und da haben wir gesehen, dass viele Themen im Argen liegen. Und da haben wir gute Ideen. Wir können dieses Land voranbringen." Sie will nicht nur auf den aktuellen Zeitgeist gucken: "Wir haben Grundüberzeugungen. Wir glauben: Ja, Corona erfordert die Abwägung zwischen Gesundheit und Freiheit und wir werden uns weiter dafür einsetzen, dass jede Maßnahme auch mit dem Blick auf die Freiheit abgewogen wird."

Die FDP werde sich dafür einsetzen, "dass nicht heute der X. Digitalgipfel einberufen wird, sondern dass wirklich auch etwas passiert, wirklich etwas umgesetzt wird und wir wollen neue Arbeitsplätze schaffen." Sie glaubt, die Menschen würden das verstehen, würden darauf hören und ich bin guten Mutes im nächsten Jahr, dass wir mit einem guten Ergebnis in den Deutschen Bundestag einziehen."

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