FDPLandtagswahl NRW

Wir wollen die Rolle des Tempomachers im Bundestagswahlkampf fortsetzen

Christian LindnerGratulation an Christian Lindner vom anderen Wahlsieger Wolfgang Kubicki
16.05.2017 - 15:54

Bei der Landtagswahl am Sonntag hat die FDP NRW mit 12,6 Prozent ihr historisch bestes Ergebnis erzielt. Jetzt gehe es darum, möglichst gelassen mit diesem Ergebnis umzugehen und die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen, sagte FDP-Chef Christian Lindner vor der Bundespressekonferenz in Berlin. "Die Wähler haben die FDP unterstützt, weil sie unter dem Status quo gelitten und einen Tempomacher in der Landespolitik gesucht haben. Die Menschen haben unser Verständnis von Liberalität geteilt und unterstützen wollen." Dies sei auch eine Motivation für den Bundestagswahlkampf.

"Die FDP hat aus eigener Kraft dieses Ergebnis erzielt", verdeutlichte Lindner. Die CDU habe massiv dagegen gekämpft, was für Lindner kein Anlass für Betroffenheit sei, sondern die eigenständige Positionierung der FDP belege. "Menschen, die unsere Liberalität teilen, haben uns gewählt, und zwar, weil sie uns gemeint haben, die Freien Demokraten mit ihren Projekten und Werten, nicht, weil sie zuallererst den Koalitionspartner von irgendjemandem stärken wollten", unterstrich er. "Das ist jetzt für die anstehenden Gespräche über eine Regierungsbildung für uns auch sehr bedeutend."

Selbstverständlich sei die FDP bereit, in Nordrhein-Westfalen in die Verantwortung zu gehen, betonte Lindner. Für den Bundestagswahlkampf gebe es auch keinen besseren Rückenwind als eine spürbare Richtungsänderung in NRW. Im Umkehrschluss gelte aber nach wie vor, was er vor der Wahl gesagt habe: "Wenn es nicht möglich ist, einen echten Politikwechsel zu erreichen, dann ist es notwendig, die Lebendigkeit des politischen Gesprächs aus der Oppositionsrolle zu beleben."

Freie Demokraten schauen nach vorne

Nach der erneuten Niederlage für die SPD werde es jetzt noch schwieriger für die Sozialdemokratie, analysierte Lindner mit Blick auf die Lage im Bund. "Die SPD fällt zurück hinter den Schulz-Hype", konstatierte er nüchtern. "Die Hoffnung auf Besserung durch Herrn Schulz hat sich nicht erfüllt." Aus seiner Sicht insofern bedauerlich, als dass diese Entwicklung die CDU dazu verleiten könnte, es sich noch bequemer zu machen. "Für uns natürlich eine Gelegenheit, die Rolle des Tempomachers, die wir im NRW-Wahlkampf gespielt haben, auch im Bundestagswahlkampf fortzusetzen. Wir freuen uns jedenfalls darauf, jetzt in den nächsten Wochen wieder im Land unterwegs zu sein und für unsere Vorstellung von Liberalität zu werben."

Kommentare (2)

klaus Fehske
16.05.2017 - 18:18
Das Ergebnis ist grandios und wir sollten es nutzen, zu zeigen, dass wir in der Regierungsverantwortung trotz knapper Mehrheit in NRW rasch etwas nach vorn bewegen können. Allerdings sollten wir darauf achten, nicht ohne Not bisherige Stammwähler zu vergraulen wie Apotheker und die übrigen freien Berufe, indem die FDP plötzlich statt der inhabergeführten eigenverantwortlichen Vor Ort Apotheke internationale Finanzkonzerne mit Apotheken-Ketten fordert - da bekommen auch andere freie Berufe, die sich öffentlich innerhalb und außerhalb der Partei für die FDP stark machen, Angst vor einer ungebremsten Liberalität!
Trueteam
15.05.2017 - 14:07
Ich würde es schon gut finden, wenn die FDP eine Eingung für eine Regierungsbeteiligung hinbekommt, in diesem Fall mit der Union. Als FDP würde ich im Thema innrer Sicherheit das Feld im wesentlichen der Union überlassen ( dies macht die Union relativ gut >s. Bayern<. ). Im Gegenzug ist aber beim Thema Bürokratieabbau, Mittelstandsverbesserung eine starke FDP gefragt, d. h. hier müssen die wesentlichen Bedingungen gegenüber der CDU gestellt werden.
Social Media Button