FDPDatenschutz

Abschaffung von Bargeld bedroht die Privatsphäre

Bargeld
01.06.2015

Weitsichtig oder kurzsichtig? Die aktuelle Diskussion um die Abschaffung von Bargeld hat der Thüringer FDP-Landesvize Dirk Bergner als "aberwitzig" bezeichnet. Am Ende dieser Debatte stehe die völlige Kontrolle jeden Zahlungsverkehrs sowie erhöhte Kriminalitätsrisiken, warnte er. Es sei eine grauenvolle Vorstellung, wenn alle Bürger gegen ihren Willen gezwungen würden, sich bei jedem kleinen, noch so persönlichen Zahlungsvorgang vor Behörden und Unternehmen "faktisch nackt" zu machen. Das sei mit Datenschutz nicht vereinbar.

"Es geht keinen Staat und keine Bank etwas an, wann wer in welcher Kneipe was gegessen und getrunken hat. Es geht weder Staat noch Bank etwas an, wer wann mit wem in welchem Hotel übernachtet hat, und es geht weder Staat noch Banken etwas an, wann welche Mutter ihrem Kind wie viel Taschengeld gibt oder ob jemand der Putzfrau in einer öffentlichen Toilette etwas Geld auf den Teller legt", erläuterte der Freidemokrat.

Zugleich warnt der FDP-Innenpolitiker vor einem weiteren Problem: "Bereits heute gibt es etliche Geldautomaten und Geräte für bargeldlosen Zahlungsverkehr, an denen niemand mit etwas Grips im Kopf EC-oder Kreditkarte einsetzt, weil sie ausgespäht werden können oder weil sie von Kriminellen manipuliert werden können. Wenn man dann an jedem Parkautomaten, an jedem Fahrscheinautomaten, an jeder Eisdiele, auf jedem Jahrmarkt nur noch mit Karte zahlen kann, ist einem rasanten Zuwachs von Kartenbetrug Tür und Tor geöffnet." Der einzelne Bürger habe dann gar keine Chance mehr, sich dagegen durch normale Vorsichtsmaßnahmen zu schützen, so Bergner.

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