FDPKindergartenpflicht

Beste Bildung von Anfang an

Nicola BeerNicola Beer will beste Bildung von Anfang an
10.04.2018 - 15:35

Die Basis für schulischen Erfolg wird nicht erst in der Grundschule gelegt, sondern bereits im Kindergarten. Vor dem Hintergrund der beschlossenen Kindergartenpflicht in Frankreich sieht FDP-Generalsekretärin Nicola Beer einen anderen Punkt als die Anwesenheitspflicht im Fokus: "Statt einer Besuchspflicht brauchen wir eine Qualitätspflicht“, erklärt sie.

Kindergärten müssten die Jüngsten optimal auf die Grundschule vorbereiten und dementsprechend gerüstet sein. Hauptaugenmerk solle dafür auf das Einstellen von neuen Erzieherinnen und Erzieher gelegt werden, denn diese fehlen "im dramatischen Maße", so Beer.

Um dieses Ziel zu erreichen, müsse der Erzieherberuf insgesamt attraktiver gestaltet werden. Zum einen durch eine bessere Bezahlung, zum anderen auch durch eine Vergütung der Ausbildungszeit. Beer fordert deshalb, "dass wir im Gegensatz zu bisher die ersten drei Ausbildungsjahre für den Erzieherberuf wie bei anderen Berufen auch vergüten.“ Viele Interessierte schrecke gerade die fehlende Vergütung davon ab, sich überhaupt für den Beruf zu entscheiden.

Ziele der Erziehung im Kindergarten müssen laut der FDP-Generalsekretärin unter anderem das fließende Beherrschen der deutschen Sprache und das Erlernen körperlicher und sozialer Fähigkeiten für die Kinder sein: "Sie müssen körperlich in der Lage sein, rückwärts zu gehen und Purzelbäume zu schlagen. Der Umgang mit einer Schere beim Basteln muss ihnen selbstverständlich sein. Und das Kind muss lernen, sich in einer Gruppe einzuordnen und einzubringen", so Beer. (fk)

Kommentare (6)

Frank Rauen
16.04.2018 - 12:50
Zum einen ist der Arbeitsmarkt für Erzieherinnen (zu über 90 % ein reiner Frauenberuf) seit Jahren leergefegt, da die Ausbildung geeigneter Kräfte mit dem rasanten Wachstum im Kitabereich schon lange nicht mehr hinterherkommt. Nebenbei wäre es interessant zu wissen, wie hoch die Fluktuation unter den Erzieherinnen ist (Abwanderung in andere Berufe, u.a. auch Schwangerschaft). Eine Akademisierung dieser Ausbildung halte ich für falsch, denn sie bringt keinen wirklichen qualitativen Mehrwert außer einer (ideologisch motivierten) höheren Bezahlung. Eine strukturelle Änderung der Ausbildung halte ich auch für überfällig, analog der dualen Gestaltung in den meisten Ausbildungsberufen, inclusive einer angemessenen Ausbildungsvergütung. Grundsätzlich haben in Deutschland nahezu alle Dienstleistungsberufe (nicht nur im sozialen Bereich) einen deutlich geringeren Status und damit Wert als beispielsweise das produzierende Gewerbe. Das hat hier eine generationenlange Tradition. Immer noch!
Bernd Hoffmann
16.04.2018 - 09:26
Es wäre schön, Kommentare, wie die des Herrn Bress, wären mit Zahlen oder zumindest Beispielen belegt. Pauschalisierungen und Abgrenzungen, weil man offensichtlich von der "Rasse" abstammt, bei der sich die richtigen Gene vor der Zeugung gefunden haben, sind nicht hilfreich und öffnen die Tür in eine Zeit, die offensichtlich nur temporär hinter uns liegt. Der Verweis auf Zwillingsforschung zur "naturwissenschaftlichen Untermauerung" hilft dabei wenig. Sie legt mir den Verdacht nahe, daß die Person sich zwar zu "Geisteseliten" zählt, von naturwissenschaftlicher Arbeitsweise und Beweisführung jedoch wenig, wenn überhaupt mitbekommen hat. Zum Thema Kindergarten und zwingend notwendige Voraussetzungen für bessere Bildung hat diese Person nichts beizutragen, da er sie ja per Geburt bereits besitzt. Als Erörterung während meiner Schulausbildung hieß dies "Thema verfehlt".
Karla Kellner
13.04.2018 - 17:22
Ausbildung für Erzieher und Erzieherinnen: Bezahlung während der Ausbildung ist ein sehr guter Gedanke und führt weg von dem entgeltlosen Besuch berufsbildender Schulen. Die Jüngsten brauchen auch ausreichende Krabbelstubenplätze, in den Bücher durchgeblättert werden können und nicht, wie auf i-phone, weggewischt werden. Die Erzieher und Erzieherinnen in den Kindergärten brauchen die gleiche Vergütung wie Grundschullehrer. Diese Aufgaben sind ungemein sozial. Politiker der Liberalen sollten begreifen, dass VOR der Wirtschaft, die das Soziale erst verdienen soll, die jungen Menschen gebildet werden, damit sie IN der Wirtschaft mit ihren Arbeitsplätzen das Einkommen für sich und die Gewinne für die anderen verdienen können.
Hans-Joachim Bress
13.04.2018 - 17:04
Nein, Frau Beer: Die Basis für schulischen Erfolg wird bereits vor der Zeugung gelegt, in Form der elterlichen Gene. Die bestimmen nämlich die Aufnahmefähigkeit unserer Jüngsten für Bildungsangebote und -bemühungen. Damit erklärt sich auch der viel beklagte und als ungerecht empfundene Zusammenhang zwischen schulischen Erfolgen und sozialem Status: Infolge der seit langem bestehenden faktischen Durchlässigkeit unserer Gesellschaft hat sich die ungleiche Verteilung „Bildungsgene“ quasi herausgemendelt. Und daran haben auch alle Versuche zur Zwangsangleichung durch Marxisten, Kommunisten und moderne Linksideologen nichts ändern können. Die weichen einer objektiven Betrachtung gerne aus, indem sie die Erblichkeit geistiger Anlagen überhaupt leugnen. Das wiederum wurde mit den Methoden der Zwillingsforschung naturwissenschaftlich einwandfrei nachgewiesen. Damit sollte sich eigentlich auch das verbreitete Misstrauen gegen das Entstehen von Geisteseliten erübrigen. Wir brauchen sie dringend!
Ahrens
11.04.2018 - 18:45
Grundsätzlich stimme ich Ihnen zu. Aber wenn es keine Kindergartenpflicht gibt, werden gerade die Kinder die besonders gefördert werden sollen ( bildungsferne Eltern), nicht erreicht werden. Dann werden die Probleme wieder auf die Schule verschoben. Und am Ende müssen die Firmen für Grundkenntnisse bei ihren Azubis sorgen. Damit geht Zeit verloren. Eine Katastrophe für eine Industrie Nation
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