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Brauchen dringend Sprachförderung vor der Einschulung

Die Freien Demokraten wollen den Grundstein für eine solide Bildungslaufbahn legenDie Freien Demokraten wollen den Grundstein für eine solide Bildungslaufbahn legen
12.12.2017 - 15:49

Ein Fünftel der Schüler der vierten Klasse weist eine starke Leseschwäche auf. Das belegt die neue Internationale Grundschul-Leseuntersuchung (IGLU). "Wenn fast jedes fünfte Kind in der vierten Klasse kaum lesen kann und sich der Anteil der Kinder mit einer starken Leseschwäche sogar noch erhöht hat, dann zeugt das von Versäumnissen unserer Bildungseinrichtungen", mahnt FDP-Generalsekretärin Beer. Dieser Zustand werde Auswirkungen auf die Zukunftschancen der betroffenen Kinder haben. "Wir brauchen dringend eine bessere und systematischere Sprachförderung vor der Einschulung", fordert die FDP-Generalsekretärin.

In einem reichen Land wie Deutschland müssten Kinder nach vier Schuljahren ausreichend Lesen und Schreiben können, macht Beer klar. "Diese Grundkompetenzen sind die Startrampe für eine gute Bildung an weiterführenden Schulen und für eine berufliche Zukunft", verdeutlicht sie. "Es darf nicht sein, dass in Deutschland weiterhin hunderte Schulstunden ausfallen."

Auch müssten Krippen und Kindergärten durchgängig als frühkindlichen Bildungseinrichtungen und nicht bloß als Betreuungseinrichtungen verstanden werden, so die FDP-Generalsekretärin weiter. "Mit Sprachförderung der Kinder vor der Einschulung legen wir den Grundstein für eine solide Bildungslaufbahn", betont Beer. "Gerade Kindern, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, helfen wir mit einer vorschulischen Sprachförderung und schaffen damit die besten Voraussetzungen, um am Unterricht teilzunehmen", so die FDP-Generalsekretärin weiter.

Hintergrund

Laut der IGLU-Ergebnisse hat sich die Zahl der Grundschüler mit deutlichen Leseschwächen in den vergangenen 15 Jahren erhöht, jedes fünfte Kind in der vierten Klasse sei inzwischen davon betroffen. Schüler empfehlen sich nach der vierten Klasse für weiterführende Schulen. (ch)

Kommentare (12)

Christoph Hill
11.12.2017 - 09:39
Frau Beer hat vollkommen recht. Es kann nicht sein, dass Grundschul-lehrer sich damit beschäftigen müssen, Kindern Deutsch beizubringen. Das ist nicht deren Aufgabe und im Prinzip zahlen die anderen Kinder, die Deutsch können die Rechnung, weil sich der Lehrer nicht um sie kümmern kann. Natürlich haben die Eltern eine Verantwortung, aber wir leben in einer Gesellschaft, die immer individueller wird. Häufig kommen Kinder von Einwanderern erst in der Grundschule mit Deutschen und der Deutschen Sprache in Kontakt. Selbst das Fernsehen ist heute in einer anderen Sprache.Das ist ein echtes Problem, dass durch die Sprachförderung vor der Einschulung behoben wird. In Frankreich funktioniert das übrigens ganz gut. Dort werden die Kinder nicht in Tagesstätten untergebracht, sondern in Vorschulen (Maternelle).
Ines H.Walther
07.12.2017 - 07:18
LÄCHERLICH! Kinder können nicht lesen ,weil Eltern zuhause keine Zeit und Geduld mehr haben zur Förderung . Lasst die Kinder mit solchen Quatschforderungen in Ruhe Pflichtimpfung ist das nächste Thema. Stärkt den Mittelstand bitte nicht an solch peinlichen, nicht freihheitliche orientierten Themen. Ganzheitlich, Wahlmöglichkeiten für Kinder z.B Förderschule oder Sekundarschule, oder Realschule. Schulen und Lehrer sollten für ihre Schule werben und sich auch verantworten.
Gast
06.12.2017 - 19:13
Sie scheinen tw. keine Ahnung zu haben, was in Grundschulen alles geleistet werden muss. Hier arbeiten hoch engagierte Lehrer (innen) - Ausnahmen gibt es natürlich überall - , die leider mittlerweile zu einem großen Teil mit erzieherischen Aufgaben zu tun haben, die eigtl. in Elternverantwortung liegen. Die Grundschulen nehmen alle Kinder aus der ganzen Bandbreite unserer Gesellschaft auf, welche dort in ihrer gewaltigen Heterogenität ca. 30fach mit ihren ganz persönlichen Geschichtchen und Problemchen sitzen. Um all diesen Kindern sinnvoll gerecht werden zu können, brauchen wir ein ganz anderes Verständnis von Schule. Plakative Schuldzuweisungen in irgendeine Richtung oder Gejammere helfen nicht. Der echte Wille zur Verbesserung des Systems hilft da schon eher.
christus I 06.12.2017
06.12.2017 - 19:10
hallo beerchen, fordern ,brauchen und dann ? alles alternativlos ! eine perfekte meinungsbildung bekommt man nur durch persönlichen kontakt. wie wurde die studie ausgeführt ? kann man die genaue zusammensetzung der prüfenden in erfahrung bringen? trau keinem lehrer.
Friedrich Ellinger
06.12.2017 - 16:24
Wo bleibt denn die Verantwortung der Eltern? Wenn die nicht willens oder nicht fähig sind ihre Kinder zu unterstützen, nützt doch ein Mehr an vorschulischer Sprachförderung oder schulischer Ausbildung nur wenig, zumal die Kleinen ja hervorragend mit Smartphone o. Ä. kommunizieren können, was in vielen Familien für ausreichend gehalten wird.
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