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'Bring your own device' Leitlinie ist unsozial

Kinder in der SchuleDie Digitalisierung in den Schule muss vorangetrieben werden
13.03.2018 - 13:25

Der Digitalpakt sieht die Unterstützung der Schulen bei der Digitalisierung vor. Wie dieser konkret gestaltet wird, bleibt unklar. Fest steht jedoch bereits, dass Schüler ihre eigenen Geräte mit zur Schule bringen müssen, wenn digitale Medien im Unterricht genutzt werden. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervor. Der Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion für lebenslanges Lernen, Jens Brandenburg, kritisiert die Regelung: "Die Teilnahme am digitalen Unterricht darf keine Frage des Geldbeutels sein."

Vielmehr sei ein breit angelegtes Investitionsprogramm, das weit über den Digitalpakt hinausgehe, notwendig. Doch noch nicht einmal eine Bund-Länder-Vereinbarung über den Digitalpakt liege bis heute vor. Die Bundesregierung verschlafe durch die Verzögerung in der Umsetzung die Digitalisierung für eine gesamte Schülergeneration, so Brandenburg.

Die Bundesregierung begründete ihre Antwort auch in Bezug auf eine Entscheidung der Kultusministerkonferenz, die ebenfalls die Strategie 'Bring your own device' bevorzuge. Jedoch gibt es in dem verabschiedeten Papier von 2016 keine eindeutige Festlegung auf diese Handhabung. Vielmehr betrachten die Länder dies als Option und nicht als Pflicht, so der Bildungsexperte. (bh)

Kommentare (1)

Ernst Breuer
13.03.2018 - 17:35
Digitalisierung? Ja!!! Vor 10 Jahren waren alle für "Interaktive Whiteboards". Viele Schulen wurden mit den nicht billigen "Smartboards" ausgestattet. Heute, 10 Jahre später, weiß kaum ein Lehrer technisch damit umzugehen, noch irgendetwas Sinnvolles mit der Interaktivität anzufangen. Zum Abspielen von DVDs oder um ins Internet zu gehen, sind die Boards ganz nett; man braucht sie dazu aber nicht. Soll heißen: Man überlege sich zunächst, was konkret Lehrer an "digitalisierten Schulen" eigentlich anders oder besser machen sollen. Jedem Schüler sein Tablett, das er außer für Social Media und Recherchen kaum nutzen kann? Sinnvolle fachliche Inhalte, Methodenkonzepte und Vorstellungen über die Finanzierung des technischen Support vor Ort (das können Schulen und hochmotivierte Lehrerinnen und Lehrer beim besten Willen auch nicht mit einem oder zwei Entlastungsstündchen übernehmen) müssen her, damit man weiß, wozu viel Geld in die Hand genommen werden muss. Think first!

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