FDPFraktionsvorsitzendenkonferenz

Fernbusse machen Deutschland mobil

Bus auf AutobahnDie Liberalisierung des Fernbusmarktes ist eine Erfolgsgeschichte

Die Liberalisierung des Fernbusmarktes hat zu einem echten Boom in der Branche geführt. Eine INSA-Studie im Auftrag der FDP-Fraktionsvorsitzendenkonferenz hat nun ergeben, dass mit dem Erfolg auch die Ansprüche an das neue Verkehrsmittel wachsen. Bei der Präsentation der Ergebnisse in Erfurt erklärte FDP Thüringen-Chef Uwe Barth: „Die Fernbushalte müssen gut erreichbar, ausreichend dimensioniert und kundengerecht ausgestattet sein.“

„Deshalb muss das Genehmigungsverfahren für Fernbuslinien bundesweit vereinheitlicht werden“, stellte Vorsitzende der FDP-Fraktion im thüringischen Landtag, Barth, klar. Der Fraktionsvorsitzendenkonferenz-Vize forderte zudem eine bessere Förderung für die Errichtung und den Ausbau von Fernbus-Terminals. Hierzu sollten in das Bundesprogramm des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes einschlägige Fördertatbestände aufgenommen werden.

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP im niedersächsischen Landtag, Jörg Bode, betonte, dass die Errichtung und der Ausbau von Fernbus-Terminals in den Städten gefördert werden müssten. Viele Städte würden bislang von Fernbussen nicht angefahren, da entsprechende Terminals nicht vorhanden seien. „Möglich wäre bei der Umsetzung auch eine Kostenbeteiligung der Betreiber über Nutzungsgebühren“, so Bodes Vorschlag.

30.000 Fahrten sind Erfolg für FDP

In der zurückliegenden Wahlperiode hat sich die FDP erfolgreich für die Reform des Personenbeförderungsgesetzes eingesetzt und eine Liberalisierung des Buslinienfernverkehrs erreicht. „Mit der Liberalisierung wurde ein Relikt aus der Vorkriegszeit abgeschafft, mit dem der Bahn ein Monopol gesichert werden sollte“, erinnerte Barth. 75 Prozent der Befragten sehen diesen Schritt positiv und 66 Prozent können sich vorstellen, das neue Angebot zu nutzen. Es wurden mittlerweile 230 Linien genehmigt und im August 2014 wurde der Rekordwert von 30.000 Fahrten erreicht.

Ältere Menschen für Fernbusse gewinnen

Der Vorsitzende des Verbandes Mitteldeutscher Busunternehmer, Wolfgang Steinbrück, rückte die Bedürfnisse älterer Menschen in den Fokus: „Denn die Hauptnutzer sind derzeit junge Menschen, die zuvor Mitfahrgemeinschaften genutzt hätten.“ Immerhin 30 Prozent der Älteren geben dem Komfort der Fernbusse den Vorzug gegenüber der Bahn und dem eigenen PKW. Steinbrück sieht eine Lücke für die Busse im deutschen Verkehrsnetz: „Der Fernbus ist Bindeglied zwischen ÖPNV und Fernverkehr.“

Kommentare (4)

Hans-Joachim Kippe
26.08.2014 - 20:48
Der "Erfolg" der Fernbuslinien kann mich bisher nicht wirklich überzeugen. Ich bezweifle, dass die heute verlangten Fahrpreise auf die Dauer kostendeckend sein können. Darüber hinaus würde ich gerne wissen, wieweit die Anbieter, die ja die öffentlichen Verkehrswege benutzen und zusätzlich belasten, sich an den Wege- oder Trassenkosten beteiligen. Auch die Bezahlung und die tarifliche Absicherung der Mitarbeiter bei den Unternehmen ist für mich von Interesse.
Rolf Heinrichs
26.08.2014 - 18:12
Ich bin genau Ihrer Meinung, Herr Behrendt, die FDP muss sich frei machen von Fördermentalität und argumentativ immer darauf hinwirken, dass die seit Jahrzehnten vernachlässigte Infrastruktur nicht mit planwirtschaftlichen, sondern mit marktwirtschaftlichen Mitteln in einen gebrauchsfähigen Zustand versetzt wird. Dabei sollte darauf hingewirkt werden, alle Bestrebungen zu unterstützen, die eine Vereinfachung und Verkürzung von Planungen und Bauzeiten anstreben und realisieren.
Jörg Seebaß
26.08.2014 - 18:05
Nur 3 kurze Fragen: wollten wir nicht alle mal von der Straße auf die Schiene? Sind inzwischen beide Systeme so marode, dass es egal ist wo die Belastung wächst? Ist es wirklich ein "Verdienst der FDP", die Straßen weiter zu verstopfen?
Gerhard Behrendt
25.08.2014 - 19:27
zum Thema: Förderung für die Errichtung und den Ausbau von Fernbus-Terminals. Ich hatte immer gedacht, wir von der FDP kommen weg von der Fördermentalität. Meiner Meinung nach müssten wir für diese Art der Mobilität werben und so das Unternehmertum unterstützen, die Infrastruktur weiter auszubauen. Der Fernbusverkehr als solcher wurde ja auch nicht über Subventionen erfunden!
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