StiftungWeltfrauentag

Frauenrechte auf die Agenda hieven

Sabine Leutheusser-SchnarrenbergerSabine Leutheusser-Schnarrenberger fordert eine bessere Einbindung von Frauen in die Förderung von Frieden und Sicherheit und die entschlossene Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen.

Anlässlich des Weltfrauentags am 8. März hat Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Vorstandsmitglied der Stiftung für die Freiheit und ehemalige Bundesjustizministerin, die ausufernde sexualisierte Gewalt in Konfliktregionen verurteilt und die EU aufgefordert, über den Tellerrand zu blicken. Während Europa in wichtigen Bereichen bei der Gleichstellung von Frau und Mann vorankomme und Gewalt gegen Frauen und Mädchen entschieden bekämpfe, sehe es in der Welt nicht gut aus für elementare Menschenrechte von weiblichen Personen, konstatierte sie.

Mit Blick auf internationale Krisenherde hob Leutheusser-Schnarrenberger Berichte von Frauenrechtlern hervor, die belegten, dass Frauen immer mehr zur "Kriegsbeute" weltweit würden. "Sexualisierte Gewalt in Konflikten ist eine schwere Gewalttat der heutigen Zeit, die Millionen von Menschen betrifft – vornehmlich Frauen und Mädchen", erklärte sie und verwies auf die 200.000 Frauen, die seit Beginn des Konflikts in der Demokratischen Republik Kongo Opfer von Vergewaltigungen worden seien, sowie die dreihundert nigerianischen Schülerinnen, die die islamistische Terrormiliz Boko Haram als Sexsklavinnen halte.

Massenvergewaltigungen und Brutalität gegenüber Frauen und Mädchen würden in Europa oft nur wenig wahrgenommen, so die Liberale weiter. "Die Bundesregierung und die EU müssen ganz anders über den Tellerrand blicken und andere Maßnahmen entwickeln, wie Frauen besser in die Förderung von Frieden und Sicherheit eingebunden werden können", verlangte sie. Wenn zum Beispiel Aktionspläne zum Schutz von Frauen in Konfliktzonen auf UN-Ebene beschlossen würden, dann müsse die EU bei der Umsetzung entschlossen mitwirken. Leutheusser-Schnarrenberger unterstrich: "Der Weltfrauentag ist jenseits aller Jubelmeldungen über Quoten ein geeigneter Anlass, die dramatische Situation von von elementaren Menschenrechten von Mädchen und Frauen in der Welt wahrzunehmen und politisch auf die Agenda zu hieven."

Indien muss mehr für die Frauen tun

Auch in Indien steht es um die Rechte der Frauen nicht besonders gut - insbesondere beim Thema sexuelle Gewalt. Seit Tagen erhitzt der Film "Indias Daughter" die Gemüter. Die Ausstrahlung der Dokumentation über die Gruppenvergewaltigung einer Studentin wurde in ‪Indien‬ verboten. "Vordergründig ginge es dabei um Presse- und Meinungsfreiheit - am Ende aber um viel mehr: Die Würde und die Sicherheit indischer Frauen", schrieb der Büroleiter der Stiftung für die Freiheit im Land, Ronald Meinardus, in einem Gastbeitrag für die "Huffington Post".

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