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Karliczek handelt bei digitaler Bildung neun Wochen zu spät

Kind beim SchreibenDer digitale Unterricht stößt auch an Grenzen, weil Schüler keine digitalen Endgeräte haben.
19.05.2020

Der digitale Unterricht stößt auch an Grenzen, weil Schüler keine digitalen Endgeräte haben. Bund und Länder stellen nun mehr Geld zur Verfügung. Die Schulen sollen in großem Stil Klassensätze an Laptops, Tablets und Computer anschaffen, um künftig allen Schülern zu ermöglichen am digitalen Lernen teilzunehmen. "Viel zu spät, ganze neun Wochen nach den Schulschließungen", kritisiert FDP-Bildungspolitiker Thomas Sattelberger Bundesbildungsministerin Anja Karliczek. "Sie hätte längst handeln müssen, damit Kindern in finanziell schwachen Familien, in denen ein Laptop keine Selbstverständlichkeit ist, geholfen werden kann."​

Hinzu kommt: Die Zusatzvereinbarung zum Digitalpakt Schule soll zwar in den kommenden Tagen unterzeichnet werden. Danach erhalten die Länder das Geld für die Computer nach dem Königsteiner Schlüssel, also anteilig nach Bevölkerungszahl und Wirtschaftskraft. Sie sollen zusammen mit den Kommunen die Kriterien erarbeiten, nach denen die Geräte verteilt werden. ​ ​

Schüler, Eltern und Lehrer werden also noch weitere drei Wochen auf die Geräte warten. "Dieser Föderalismus hängt der Bildung wie ein Mühlstein um den Hals. Statt um Verständnis zu werben, dass nicht alles von Beginn an klappt, muss Karliczek Tag und Nacht daran arbeiten, dass es in der digitalen Bildung vorangeht", so Sattelberger.

Endgeräte für Schüler anzukündigen sei das eine. "Messen werden wir den Erfolg daran, wie schnell die Geräte bei den Kindern ankommen. Deutschlands Schulen brauchen dringend mehr Eigenautonomie vor Ort. Das würde solche Beschaffungsprozesse künftig deutlich beschleunigen.“

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