FDPEdathy-Affäre

Keine Grauzonen bei Kinderpornografie

Katja SudingDas Kindeswohl muss im Fokus stehen

FDP-Präsidiumsmitglied Katja Suding fordert ein Verbot jeglichen kinderpornografischen Materials. „In Deutschland darf es in diesem Punkt keine Grauzone mehr geben“, stellte Suding klar. Für die Familienpolitikerin steht fest, dass die aktuelle Diskussion um die Grenzen der Strafbarkeit die Notwendigkeit einer Strafrechtsreform deutlich zutage treten lasse.

Die Vorsitzende der FDP-Fraktion in der hamburgischen Bürgerschaft erklärte, dass eine Unterscheidung des Materials kriminalistisch zwar sinnvoll sein könne, strafrechtlich dürfe jedoch kein Unterschied gemacht werden. „Im Fokus aller Überlegungen müssen grundsätzlich das Kindeswohl und die Menschenwürde stehen“, betonte Suding. Der Kindesmissbrauch, der die Produktion solchen Materials erst ermögliche, traumatisiere die Kinder „jahre- wenn nicht gar lebenslang“. Deswegen müssten sowohl der Verkauf als auch der Vertrieb jeglicher Kinderpornografie verboten werden.

Internationaler Ansatz bei Strafverfolgung

Suding betonte, dass eine Gesetzesverschärfung in Deutschland allein nicht ausreiche, um dem Problem Herr zu werden. Die europäische Zusammenarbeit, insbesondere die der Staatsanwaltschaften, müsse überprüft und effizienter gestaltet werden. Auch die finanzielle, personelle und technische Ausstattung vieler Landeskriminalämter sei verbesserungsbedürftig. Sie erklärte: „Kinderpornografie ist kein Kavaliersdelikt, wir sollten es also auch nicht wie eines bekämpfen.“

Hintergrund

Am Mittwoch befasst sich der Innenausschuss mit der Affäre um den ehemaligen SPD-Abgeordneten Sebastian Edathy. Es geht dabei vornehmlich um die Frage, wer Informationen zum Fall weitergegeben hat. Die niedersächsische Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Sozialdemokraten, der Anfang Februar sein Amt niedergelegt hat, wegen Verdachts auf Besitz von Kinderpornografie.

Mehr zum Thema

Kommentare (2)

Daniel Blahudka
26.02.2014 - 14:53
Ich sehe die hehren Ziele dieser Forderung. Allerdings stelle ich mir die Frage, wer definieren kann, was pornografisches Material ist und was nicht. Je mehr man hier versucht, Grauzonen zu eleminieren, desto mehr entstehen dabei! Unsere Museen, Kirchen und sonstige Kulturdenkmäle sind voll von 'grauzonigem' Material. Wer hat hier die Objektivität, eine klare Trennung zwischen pornografisch und nicht-pornografisch ziehen zu können? Wo fängt Kunst an, wo fängt individuelle Freizügigkeit im Web an, wo fängt Zensur und Überwachung an? Gerade eine freie Gesellschaft muss Grauzonen ertragen können, weil sie gerade die Konsequenzen einer schwarz/weiß getrennten Gesellschaft nicht wollen kann ...
Pescheck
19.02.2014 - 16:17
Das Anliegen ist sehr berechtigt und ich würde jede reale/nachhaltige Lösung ausdrücklich sehr begrüßen. Aus jahrzehnte langer berufl. Erfahrung muss ich aber davon ausgehen, dass es mit den Mitteln der "Juristerei" nicht erreicht werden kann. In allen (straf)rechtlichen Bereichen gibt es Grauzonen mit rechtlichen Interpretationsmöglichkeiten ("ABM für Juristen") und bisher hat es niemand geschafft, dies nachhaltig zu unterbinden. Das Ziel (Minimierung des Risikos, dass Kinder -sexuell- missbraucht werden) kann nur durch manifeste gesellschaftliche Ächtung erreicht werden.

Diesen Artikel:

Ähnliche Artikel:

Social Media Button