FDPTIMSS-Studie

Kinder für Zukunftstechnologien begeistern

Schülerinnen, Schüler, LaborMit einer MINT-Offensive wollen die Freien Demokraten schon an der Grundschule, besonders bei Schülerinnen, mehr MINT-Begeisterung wecken.
11.12.2020

In den Grundschulen in Deutschland gibt es nur wenige echte Mathe-Asse und der Anteil der Nachwuchs-Experten in Bio, Chemie, Physik und Geographie hält sich in Grenzen. Insgesamt liegen die deutschen Viertklässler in Mathematik und Naturwissenschaften im internationalen Vergleich im Mittelfeld. Das zeigen die Ergebnisse der alle vier Jahre durchgeführten Vergleichsstudie TIMSS. Die Bundesregierung tut aus Sicht der FDP zu wenig, um Schüler für Natur und Technik zu begeistern. Das könnte sich rächen, weil entsprechende Qualifikationen immer wichtiger werden. Die FDP sieht also dringenden Handlungsbedarf: "Um Kinder für MINT-Fächer zu begeistern und so langfristig die künftige Wirtschaftskraft unseres Landes zu sichern, brauchen wir daher eine echte MINT-Offensive", fordert FDP-Vize Katja Suding. Für sie sind die Ergebnisse der TIMSS-Studie ernüchternd und müssen ein lauter Weckruf sein. 

Dass Deutschland in den MINT-Fächern weiterhin nur Mittelmaß sei, liege an den "lange vernachlässigten Investitionen in den Bildungssektor." Dabei verdiene jedes Kind "unabhängig von seinem Elternhaus" die besten Zukunftschancen. "Dafür brauchen wir neuen Mut und mehr Engagement für weltbeste Bildung. Bildung muss dabei als gesamtstaatliche Aufgabe begriffen werden", wiederholt Suding die Haltung der Freien Demokraten. Sie ist überzeugt: "Mit einem Kooperationsgebot zwischen Bund und Ländern sowie bundesweit einheitlichen Bildungsstandards können wir wieder zur Weltspitze gehören." Die FDP-Fraktion fordert daher außerdem einen Digitalpakt 2.0 für die bessere Digitalisierung der Schulen. Die Kinder könnten mit Learning Analytics und Künstlicher Intelligenz im Bildungsbereich individueller unterstützt werden.

Die Liberalen haben schon im Oktober einen Antrag in den Bundestag eingebracht, in dem sie unter anderem eine stärkere Auseinandersetzung mit Natur und Technik schon in der frühkindlichen Bildung, eine bessere Förderung gerade von Frauen und Mädchen sowie mehr experimentelles Lernen anstelle des klassischen Frontalunterrichts in den Schulen fordern. Der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Thomas Sattelberger, verweist zudem auf tausende MINT-Initiativen und Ehrenamtler, die die Not der Schulen linderten und Bildungsdefizite ausglichen. "Die Kultusbürokratien dürfen sich darauf nicht länger ausruhen, sondern müssen zukunftsfitte Gesamtkonzepte entwickeln, die die Ehrenamtler und außerschulische Bildung als integralen Bestandteil von Anfang an einbeziehen", fordert Sattelberger.

Viele Schulen seien bis heute technisch gar nicht in der Lage oder hätten zu wenig qualifiziertes Lehrpersonal, um digitale Bildungsangebote anbieten zu können, beklagt Suding. "Mit einem Digitalpakt 2.0 hätte die Bundesbildungsministerin längst die technische Ausstattung an Schulen verbessern und Lehrkräften endlich hochwertige Weiterbildung für digitale Didaktik ermöglichen können", sagt Suding.

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