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Mehr Zeit für Menschen - Strukturmodell macht Pflege effizienter

Pflegerin hält HandPflegebedürftige Menschen sollen wieder mehr im Mittelpunkt der Pflege stehen.
13.12.2017 - 11:45

Eines der zentralen Pflegethemen, das die Mitarbeiter von Diensten und Einrichtungen, die pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen, aber auch die Politik bewegt, ist die Pflegedokumentation. "So viel wie nötig, so wenig wie möglich", über dieses Ziel besteht breiter Konsens. In der Praxis gab es aber lange Zeit in der Umsetzung kein einheitliches Vorgehen. Schleswig-Holsteins Sozialminister Heiner Garg setzt sich dafür ein, dass pflegebedürftige Menschen wieder mehr im Mittelpunkt der Pflege stehen.

"Dafür brauchen Pflegekräfte Zeit. Das Strukturmodell soll dazu beitragen, damit Wünsche, Erfahrungen, Anforderungen oder eigene Gestaltungsmöglichkeiten wieder einen größeren Raum in der täglichen Pflegearbeit bekommen", betont Sozialminister Heiner Garg. "Wenn der Bürokratieabbau gelingt, trägt dies zugleich zur Arbeitszufriedenheit und Motivation von Pflegekräften bei. Dafür werde ich mich gemeinsam mit den Beteiligten weiterhin einsetzen."

Hintergrund

Bereits 2014 hat sich Schleswig-Holstein an der Erprobung der neuen strukturierten Informationssammlung beteiligt und seit der offiziellen Einführung des Strukturmodells 2015 haben sich über vierzig Prozent aller Pflegeeinrichtungen und -dienste in Schleswig-Holstein auf den Weg gemacht. Fast 100 Multiplikatoren wurden geschult und in den Diensten und Einrichtungen wurden die Pflegedokumentationen umgestellt. Die verlässliche Umsetzung des Strukturmodelles führt in vielen Fällen zu spürbaren Zeitersparnissen, aber auch zu weiterführenden fachlichen Diskursen. "Das Strukturmodell unterstützt Pflegende darin, den Pflegeprozess ständig zu überprüfen und ggf. anzupassen, ohne die notwendigen Qualitätsstandards zu vernachlässigen oder haftungsrechtliche Risiken aufzuwerfen", betont Anke Homann vom Forum Pflegegesellschaft. Für 2018 wurden weitere Umsetzungsschritte vereinbart. Dazu sollen weitere Schulungen von Multiplikatoren, gemeinsame Expertengespräche, aber auch gezielte kollegiale Pflege- und Dokumentationsvisiten zählen.

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