StiftungBoris-Nemtsov-Preis 2019

Menschenrechtspreis für Anastasia Shevchenko

Boris-Nemtsov-Preis, Stiftung für die Freiheit, Menschenrechte, RusslandDie Verleihung des Boris-Nemtsov-Preises. Quelle: Freiheit.org

Vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Lage in Russland erhielt die diesjährige Verleihung des Boris-Nemtsov-Preises besondere Aktualität: Tausende gingen In Moskau gegen die Verhaftung des Journalisten Iwan Golunow auf die Straße. Die Preisträgerin 2019 ist die russische Oppositionelle Anastasia Shevchenko, die die Bewegung "Open Russia" von Michail Chodorkowski koordiniert und deswegen Anfang des Jahres wegen der Zusammenarbeit mit einer "unerwünschten Organisation" angeklagt wurde. Stitftungsexpertin Antonia Eser-Ruperti fasst die Eindrücke der Preisverleihung zusammen.

Shevchenko wurde bei der Preisverleihung von ihrer 15-jährigen Tochter Vlada vertreten, da sie selbst seit der Anklage unter Hausarrest steht. Die junge Frau warb für Unterstützung für ihre Mutter und schilderte eindrücklich die Situation von Menschenrechtsaktivisten im Land. Der außenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Bijan Djir-Sarai, würdigte die Preisträgerin als „beispielhaft für eine Vielzahl an Menschen in Russland, die für ihre eigenen Rechte, aber auch für die Rechte anderer mit friedlichen Mitteln eintreten“.

Jeder einzelne der fünf Finalisten musste am eigenen Leib erfahren, wie hoch der Preis für den Einsatz ist. Drei von ihnen – neben der Preisträgerin auch Oyub Titiev, Juri Dmitriev – befinden sich derzeit in Haft oder unter Arrest. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, stellvertretende Vorsitzende der Friedrich-Naumann-Stiftung, betonte, dass es nicht nur Aufgabe der russischen Zivilgesellschaft sei, eine Öffentlichkeit für die Missstände in Russland zu schaffen: “Es ist auch an uns, Mut zuzusprechen und den Stimmen der Aktivistinnen und Aktivisten Gehör zu verleihen.“

 

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