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Reformation, Luther, Aufklärung: Alles eins?

Gefaltete Hände auf einem GebetbuchGefaltete Hände auf einem Gebetbuch
29.05.2017 - 15:45

Der Kirchentag in Berlin müht sich darum, die breite gesellschaftliche Resonanz durch die Einbeziehung unterschiedlichster Botschafter zu gewinnen. Melinda Gates, Angela Merkel und Barack Obama seien nur einige der prominenten Namen, die sich in diesem Jahr die Ehre gaben. Eine Analyse von Annette Siemes. "Dieser Ansatz bedarf einer Korrektur."

Reformation sei nicht gleich Luther und nicht gleich Aufklärung, verdeutlichte Siemes. "Nun ist mediale Aufmerksamkeit für ein 500-jähriges Jubiläum mit allen zivilgesellschaftlichen Akteuren ein Muss – zugestanden. Aber ist 'die' Reformation geeignet als Massenspektakel? Nein." Die Reformation vereine so unterschiedliche Denker wie Jan Hus, Petrus Valdes, Ulrich Zwingli, John Wycliff, Philipp Melanchthon, Thomas Morus, Erasmus von Rotterdam, Thomas Müntzer, Johannes Calvin und Martin Luther sowie zahlreiche Philosophen der neuplatonischen Schule. "Diese Gruppenleistung wird häufig auf die Figur Luthers verengt und gleichzeitig ideengeschichtliche Fortschritte in sie projiziert, die erst viel später stattgefunden haben", gab Siemes zu bedenken.

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