FDPEssener Tafel

Wer sich nicht benimmt, hat an Tafel nichts verloren

Joachim StampJoachim Stamp findet scharfe Worte in der Debatte über die Essener Tafel

Die Tafel in Essen bleibt bei ihrem Aufnahmestopp für Ausländer. Am Mittwoch stellte der Verein neue Bezugskarten für Lebensmittel aus - an Deutsche. Der NRW-Integrationsminister Joachim Stamp appelliert, die Herkunft dürfe kein Kriterium sein. Deutsch oder nicht deutsch sei die falsche Frage - es gehe um anständig oder nicht anständig. Wer sich bei einer Tafel für Bedürftige schlecht benimmt, hat aus seiner Sicht seine Rechte dort verwirkt: "Wer an einer Tafel sich nicht anständig benimmt, der gehört da dauerhaft ausgeschlossen und da ist es auch völlig egal, ob er einen Fluchthintergrund hat oder nicht. Wer sich nicht benimmt, hat an einer Tafel nichts verloren", so Stamp am Mittwoch im Düsseldorfer Landtag.

Stamp bezog sich mit seinen Äußerungen auf die bundesweit heftig umstrittene Entscheidung der Essener Tafel, neue Bezugskarten für Lebensmittelpakete nur noch an bedürftige Deutsche auszugeben. Für Stamp kann nur die Bedürftigkeit, nicht die Herkunft entscheidend sein. Eine hitzige Debatte zwischen nicht-deutsch und deutsch bei der Essener Tafel helfe hier nicht. "Wir müssen das Problem insgesamt angehen und in Ruhe überlegen, was wir besser machen können", sagte Stamp im WDR. Stamp kündigte an, sich am Samstag selbst einen Bild vor Ort zu verschaffen und mit den Beteiligten zu reden. FDP-Chef Christian Lindner hatte zuvor schon klar gestellt: "Wenn Helfer bedrängt werden, dann sollte die Politik die Tafel nicht kritisieren, sondern Hilfe anbieten." Die Politik dürfe "nicht die Augen vor Alltagsproblemen verschließen."

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