FDPÖkonomische Bildung

Wir brauchen das Schulfach Wirtschaft

Die Freien Demokraten fordern Wirtschaft als Lehrfach an deutschen SchulenDie Freien Demokraten fordern Wirtschaft als Lehrfach an deutschen Schulen

In der aktuellen "Jugendstudie 2018 – Wirtschaftsverständnis, Finanzverhalten und Digitalisierung" bemängelt ein Großteil der Befragten die fehlende Behandlung von Wirtschaftsthemen in der Schule. 71 Prozent der Jugendlichen beklagen unter anderem, dass sie "nicht viel" oder "so gut wie gar nichts" über Finanzen in der Schule gelernt haben. "Die ökonomische Bildung in unserem Land wird immer noch sträflich vernachlässigt", stellt FDP-Generalsekretärin Nicola Beer fest. Sie fordert, dass dringend benötigte Schulfach "Wirtschaft" an deutschen Schulen einzuführen.

Nur so könnten junge Menschen vorbereitet werden auf "einen globalisierten Arbeitsmarkt und auf eine Wirtschaftswelt, die von den Entwicklungen an den Finanz- und Kapitalmärkten stark beeinflusst wird", erklärt Beer. Weitere Ergebnisse der Studien lassen hier deutliche Defizite erkennen. So wüssten beispielsweise nur sechs von zehn Schülern, was eine Inflationsrate ist und weniger als 20 Prozent kannten ihre derzeitige Höhe für Deutschland. Den Jugendlichen fehlt jedoch nicht das Interesse an diesen Themen. Ganz im Gegenteil: Über 80 Prozent der für die Studie befragten Jugendlichen wünschen sich eine bessere Bildung im Bereich Wirtschaft.

Beer sieht die Einführung eines Schulfachs Wirtschaft deshalb als essentiell für die wirtschaftliche Zukunft an. "Wenn Deutschland ein vitaler Wirtschaftsstandort bleiben will, müssen wir in beste Bildung investieren und den Gründergeist fördern", betont die FDP-Generalsekretärin. Nun gilt es den Wunsch der befragten Jugendlichen zu erfüllen und in der Bildungspolitik die Weichen dafür zu stellen.

Kommentare (8)

Heiko Evers
11.08.2018 - 18:56
Eine Jugendstudie des Bankenverbandes - wie überraschend! Auch ein Ergebnis der Studie: ca. 60% der Befragten haben garkein oder nur geringes Interesse an wirtschaftlichen Zuammenhängen. Da müßte das Fach Wirtschaft schon von einer sehr motivierten Lehrerschaft vorgetragen werden. Im Übrigen macht es wohl wenig Sinn, die Forderung nach einem Fach Wirtschaft vorzutragen, ohne es eingebunden in ein Gesamtbildungskurrikulum zu kontextualisieren. So bleibt es leider eine isolierte Forderung nach einem weiteren Schulfach (für welche Schulform?) wie viele andere auch: die skurrilste ist wohl die Forderung nach einem Schulfach "Glück".
Johann F. von Karpowitz
02.08.2018 - 12:13
Der Mangel vielen alltagsrelevanten Wissens bei den jüngeren Generationen ist unübersehbar. Ebenso unübersehbar ist aber auch, dass dies im Wesentlichen ein Ergebnis jahrzehntelangen im Blick auf das gesamte Deutsche Bildungssystem konzeptionslosen Herumwerkelns in Teilbereichen des Gesamte-Bildungssystems ist. Und ebenso unübersehbar ist, dass anders, als in vielen Ländern der Welt Schule in Deutschland noch mehr als Sparkasse und rein ökonomisch zweckorientiert, denn als Investition in die Zukunft einer modernen, demokratischen Gesellschaft gehandhabt wird. Wir brauchen nicht einzelne neue Fächer je nach zufällig entdecktem Bedarf und oft parteipolitisch motiviert. Viel mehr brauchen wir den Mut derer, die 1920 angesichts der gewaltigen politischen, ökonomischen und vor allem gesellschaftlichen Herausforderungen die Reichsschulkonferenz einberiefen. Wie damals ist auch heute ein globaler Veränderungsprozess im Gang, der Neues verlangt und nicht Herumpfuschen am Desolaten.
Sigrid Frank
02.08.2018 - 09:14
Das Fach Wirtschaft begrüße ich, jedoch sollte es von kompetenten Leuten aus der Wirtschaft gelehrt werden, die das Wissen interessant und spritzig für unsere Jugend rüberbringen. Es wird schon gelehrt, aber die Schüler vergessen zu viel, da es zu kompliziert und nicht interessant genug gelehrt wird. Wie auch viele andere Fächer. Also braucht es auch Veränderung für das Lehramtsstudium & für Schulbücher ,Lehrpläne etc. Was noch viel wichtiger ist sind die Zusammenhänge. Ohne Ökologie,Ethik keine Wirtschaft. Es wird sehr gerne das wichtige Thema Umwelt,Tierschutz, Nachhaltigkeit Ernährung vergessen. Wie Lobbyismus mit der Politik zusammen hängt muss ungeschönt erklärt werden. All diese Themen müssen so früh wie möglich an unsere Bevölkerung herangetragen werden,damit wieder mehr Bewusstsein undMitgefühl entstehen kann. Ohne diese elementaren Voraussetzungen wird irgendwann mal unser jetziges so "wichtiges"Wirtschaftssystem zusammen brechen, auch wenn es gelehrt wird.
Eriq Qani
02.08.2018 - 08:01
Derr Gedanke ist ja richtig, aber wer soll denn bitte den Unterricht übernehmen? Wenn ich mir die Lehrerschaft anschaue, dann schließe ich mich Detlef Dechant an. Um das Ganze zugespitzt darzustellen: Ich zweifle wirklich an der Kompetenz und Neutralität vieler Lehrkräfte bezüglich Themen der Gemeinschaftskunde und besonders Wirtschaft.
Helmut von Scheidt
02.08.2018 - 07:23
Als langjähriger Schulleiter einer beruflichen Schule habe ich über Jahrzehnte immer wieder entsprechende Anträge gestellt, auf Landesparteitagen und in anderen FDP-Gremien. Das wurde stets abgelehnt oder verschwand nach positiven Beschlüssen im Papierkorb, wenn es an Regierungsbeteiligungen ging. Es wäre zu wünschen, dass die FDP die Forderung nach einem Schulfach "Wirtschaft" zu einer zwingenden Bedingung für den Eintritt in eine Landesregierung macht
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