StiftungArabischer Frühling

Die Bilanz der Revolutionen ist ernüchternd

Der Tahrir-Platz in KairoDemonstranten auf dem Tahrir-Platz in Kairo
26.01.2016 - 14:15

Als Anfang des Jahres 2011 – von Tunesien ausgehend – tausende Menschen in der arabischen Welt auf die Straße gingen, machte schnell das Wort vom 'Arabischen Frühling' die Runde. Ein Neubeginn in dieser von Krisen geschüttelten Region schien in greifbarer Nähe. Fünf Jahre nach Beginn der politischen Umwälzungen erkunden die regionalen Experten der Stiftung für die Freiheit, was aus den revolutionären Hoffnungen von damals geworden ist.

Unbegründet war der Optimismus aus Sicht der Stiftungsmitarbeiter nicht. Innerhalb weniger Monate wurden drei der autoritärsten Diktatoren der arabischen Welt zu Fall gebracht: Zine el-Abidin Ben Ali in Tunesien, Hosni Mubarak in Ägypten und Muammar al-Gaddafi in Libyen. Doch so zahlreich die Länder des 'Arabischen Frühlings', so unterschiedlich auch die Wege, die jedes Land anschließend einschlug.

"Die Bilanz ist ernüchternd, und die Auswirkungen sind auch in Deutschland, beispielsweise durch die allgegenwärtige Flüchtlingskrise, direkt spürbar", konstatieren die Stiftungsexperten. Die Träger der damaligen Proteste seien in den meisten Ländern mundtot gemacht worden. "In Syrien tobt seit 2011 ein unerbittlicher Bürgerkrieg, und Libyen ist inzwischen ein Land ohne Ordnung und Kontrolle und damit Durchgangsstation für Flüchtlinge nach Europa. Vom 'Frühling' spricht schon lange keiner mehr." Einzig Tunesien sei als Hoffnungsträger übrig geblieben – doch auch dort sei der gesellschaftliche Frieden fragil.

Die Stiftung für die Freiheit ist seit über 50 Jahren in der Region aktiv. Ihre Mitarbeiter, die die liberalen zivilgesellschaftlichen Kräfte jeden Tag vor Ort begleiten, haben die Geschehnisse der vergangenen Jahre tiefgehend analysiert. Ausführliche Beiträge zu den Entwicklungen in Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten, Jordanien, Syrien und den palästinensischen Gebieten finden Sie hier zusammengetragen.

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