FDPGrundsatzpapier

FDP fordert weniger Ideologie in der Agrarpolitik

Frau im FeldLandwirtschaft im 21. Jahrhundert
11.03.2014 - 15:30

In der Debatte um die künftige Agrarpolitik hat sich die FDP im niedersächsischen Landtag für weniger Ideologie und mehr Realismus ausgesprochen. FDP-Vizefraktionschef Stefan Birkner und der agrarpolitische Sprecher Hermann Grupe stellten jetzt ein Grundsatzpapier zur Agrarpolitik vor. "Wir sollten davon wegkommen, in der Agrarpolitik alles in schwarz und weiß einzuteilen“, sagte Birkner bei der Vorstellung des Papiers.

Die FDP-Fraktion wolle mit dem Papier einen weiteren Anstoß zu einer grundlegenden gesellschaftlichen Debatte geben, wie Landwirtschaft in Zukunft aussehen sollte.

Birkner sieht dabei den Verbraucher im Mittelpunkt. „Er hat noch viel stärker als die Politik in der Hand, wie Lebensmittel jetzt und in Zukunft hergestellt werden. Er muss aber die Informationen haben, um auch beurteilen zu können, was er einkauft“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Fraktion. Birkner hält in diesem Zusammenhang das Tierschutzlabel für wichtig. „Es kann dabei helfen, weitere Fortschritte beim Tierschutz zu erzielen.“

Versorgung der Menschen wist wichtigste Aufgabe

Der FDP-Agrarexperte Hermann Grupe sprach sich für mehr Transparenz seitens der Landwirte aus. „Natürlich sieht heute ein Hof nicht mehr so aus wie vor 50 Jahren oder wie in einem Bilderbuch für Kinder. Warum das so ist und wo auch die Vorteile liegen, müssen wir Landwirte den Verbrauchern erklären“, sagte Grupe. Der agrarpolitische Sprecher der FDP-Fraktion verwehrte sich gegen den Begriff der „industriellen Produktion“. Grupe meinte: „Ein Bauer ist auch heute kein Industrie-Kapitän, sondern nach wie vor ein Mittelständler.“

Die wichtigste Aufgabe der Landwirtschaft sei auch im 21. Jahrhundert die Versorgung der Menschen. „Das wird in der Debatte über die Landwirtschaft oft außer Acht gelassen. Was der urbanen Mittelschicht wünschenswert erscheint, muss nichts mit dem Ziel zu tun haben, alle Menschen auf der Welt zu ernähren“, so Grupe. „Niemand produziert für sich allein“, machte der Agrarexperte deutlich. Europa sei nach wie vor der größte Netto-Importeur von Lebensmitteln. „Wir werden für mehr Menschen auf der Welt die Erträge steigern müssen“, macht Grupe deutlich. Für die Zukunft der Landwirtschaft müssen wir deshalb den Blick weiten und nicht nur auf Niedersachsen schauen.“

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