StiftungFreilassung Golunow

Freilassung Golunows ist politische Entscheidung

KremlDer investigative Journalist Iwan Golunow wurde von allen Anschuldigungen des vorgeblichen Drogenbesitzes der Ermittlungsbehörden freigesprochen.

Dass der russische Enthüllungsjournalist Iwan Golunow so schnell freigelassen wurde, überrascht viele Beobachter. Nur wenige Tage nach seiner Festnahme unter absurden Beschuldigungen wegen eines angeblichen Drogendeliktes und nach einer beispiellosen Solidarisierung der Zivilgesellschaft mit Golunow ruderte der Kreml am Dienstag zurück. Es wurden nicht nur die Vorwürfe zurückgezogen, sondern auch Führungskräfte der Ermittlungsbehörden verhaftet. Der Leiter des Stiftungsbüros in Moskau, Julius von Freytag-Loringhoven, ordnet in seiner Analyse die Ereignisse der vergangenen Tage in Russland ein. “Positiv gesagt hat der öffentliche Druck auf Sozialnetzwerken und auf der Straße seine Wirkung gezeigt. Der Aufschrei war riesig, aber ich hätte nicht gedacht, dass das Schuldeingeständnis so schnell kommen würde.“

Für Freytag-Loringhoven ist dies ein guter Tag für Pressefreiheit und Demokratie in “sonst leider weiter unheimlichen Zeiten“ gewesen. Wer Russland kenne, wisse, dass die Freilassung eine politische Entscheidung und keine Entscheidung unabhängiger Institutionen gewesen sei. “Ohne die vielen Menschen, die seit Samstag Schlange standen, wäre Golunow wahrscheinlich in Untersuchungshaft geblieben“, so der Stiftungsexperte. Die Herrschenden in Moskau seien sicher von den Solidarisierungen überrascht gewesen. Doch leider zeige die Erfahrung der Demonstrationen der letzten Jahre auch, dass der Staat selten nur einsichtig einlenke, sondern auch regelmäßig repressiven Druck erhöhe.

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