FDPGastbeitrag

Gründungsstandort Deutschland updaten

Christian LindnerChristian Lindner
04.01.2016 - 15:30

Gründer werden in Deutschland entweder beneidet oder verspottet. FDP-Chef Christian Lindner plädiert in einem "Xing"-Gastbeitrag für ein Mentalitätsupdate – "hin zu einer echten Gründungskultur". Er fordert: Die deutsche Politik muss die Rahmenbedingungen für ein neues Gründerzeitalter schaffen. Denn: "Nur bei adäquaten Rahmenbedingungen landet das Geld dort, wo es hilft und Chancen schafft."

Zum Ende seiner Schulzeit habe er sein erstes Unternehmen gegründet, berichtet Lindner. Ein zweites Unternehmen, das er im Jahr 2000 kurz vor dem Höhepunkt der Internetblase gründete, zerplatzte mit der Blase des Neuen Marktes. Seither versuchten politische Wettbewerber immer wieder, ihm dieses Scheitern vorzuwerfen, berichtet der FDP-Chef. "Gründer verdienen unseren Respekt."

Für mehr Start-ups sei auch ein Update in den Köpfen des Landes notwendig, führt Lindner aus. Sowohl in der Bildungspolitik als auch in der Einwanderungspolitik müssten die politischen Weichen so gestellt werden, dass Technologiekompetenz und Gründergeist sich bestmöglich entfalten können.

Aktuell lebe Deutschland von der Substanz, verdeutlicht Lindner. Er warnt: "Die Große Koalition verbraucht die Stärke unseres Landes, die wir uns etwa mit den Agenda-Reformen mühsam erarbeitet haben." Wirtschaftliches Wachstum und gesellschaftlicher Wohlstand seien kein deutsches Grundgesetz, sondern müssten hart verdient werden. "Ich meine: Höchste Zeit, dass wir den Pionieren der deutschen Wirtschaft nicht länger Steine in den Weg legen, sondern sie auf ihrem Weg ermutigen. Denn die Weichen für ein Leben von morgen im Wohlstand werden schon heute gestellt."

Kommentare (2)

Rolf Heinrichs
07.01.2016 - 08:19
Update gefällt mir gut, weil das Update aufsetzt auf funktionierende Strukturen und fehlerhafte Strukturen durch geeignete Maßnahmen (nach Lindner zu Recht Umdenkungsprozesse in den Köpfen und politische Rahmenbedingungen, die mit möglichst wenig Bürokratie auskommen). Den Ausführungen von Hans Hainz stimme ich voll zu: von Estland lernen heißt mit Blick nach vorn handeln mit Abwurf von Ballast unproduktiven Denkens.
Hans Hainz
06.01.2016 - 15:40
Der beste Vorschlag für das Einsteinjahrhundert und sicher ein großer Brocken. Wir brauchen heute ja nicht einmal mehr eine Garage, womit durch Anträge und nach Begutachtung der Feuerwehr, GEZ-Besuch und viele andere mehr in den ersten 3 Monaten das Startkapital verbraucht war bevor <1Produkt> die Produktions Stelle verließ.. Nach den guten Erfahrungen Estlands ermöglicht dieses Land mit einer einzigen Karte für 450€ die meisten start-ups über nationale Grenze hinaus derzeit und dies nennen sie e-government. Dies könnte unser Richtungsweiser sein. Nun und so etwas kann bei uns nur die FDP verwirklichen. Mit Dank Ihr Hainz
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