FDPWasserstoff-Spitzengespräch

Mit Wasserstoff die Zukunft der Industrie gestalten

Wasserstoff, TankstelleWasserstoff soll als Basis für Brenn- und Kraftstoffe möglichst bald Kohle, Öl und Gas ersetzen.
15.10.2020

Wasserstoff wird im Energiesystem der Zukunft eine tragende Rolle spielen, der Markthochlauf wird weltweit vorbereitet, die Gründerszene boomt. NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart von der FDP ist überzeugt: "Wasserstoff ist für das Gelingen der Energiewende und zur Erreichung der Klimaschutzziele essenziell. Wenn wir Wasserstoff konsequent einsetzen, vor allem in den Bereichen Industrie und Verkehr, können wir damit in Zukunft jährlich 60 Millionen Tonnen CO2 vermeiden." Jetzt hat die NRW-Koalition Firmenlenker aus Nordrhein-Westfalen an einen Tisch geholt, die dreizehn konkrete Projektvorschläge für eine klimaneutrale Transformation der Industrie erarbeitet haben. "Nach unseren Vorstellungen soll Nordrhein-Westfalen nicht nur Anwendungsschwerpunkt sein, sondern wir wollen NRW auch als Teil eines globalen Weltmarktes zum Drehkreuz für Wasserstoff entwickeln", erläuterte Pinkwart seine Vision "Wasserstoff-Hub NRW."

Nordrhein-Westfalen sei bereits heute Wasserstoffland: "Unsere Industrieunternehmen setzen jährlich knapp 17 Terawattstunden an Wasserstoff ein. Schätzungen zufolge wird sich der Wasserstoffbedarf in Nordrhein-Westfalen bis 2030 mehr als verdoppeln. Auf dem Weg zur klimaneutralen Industrie bis zur Mitte dieses Jahrhunderts wird sich der Faktor um ein Vielfaches erhöhen." Beim Spitzengespräch Wasserstoff waren dementsprechend auch unter anderem der Chef des Energiekonzerns RWE, Rolf Martin Schmitz, mit dabei. RWE errichtet in Lingen im Emsland eine Elektrolyseanlage zur Umwandlung von Windstrom in Wasserstoff. Über bereits vorhandene Gasleitungen soll er zu Industriestandorten in Nordrhein-Westfalen transportiert werden. Einer der Abnehmer des Wasserstoffs soll das Stahlwerk von Thyssenkrupp in Duisburg sein. Der Industriekonzern will in seinen Hochöfen schrittweise Kohle durch Wasserstoff ersetzen. Dann würde statt klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2) nur Wasserdampf entstehen.

Pinkwart betont: "Wir wollen mit Wasserstoff Klimaschutz und wirtschaftliche Entwicklung zusammenbringen; beides kann Hand in Hand gehen. Deshalb legen wir bei der Infrastruktur und den notwendigen Rahmenbedingungen für den Umbau der Wirtschaft jetzt richtig los: Aufbauend auf den über die Landesinitiative IN4Climate initiierten Pilotprojekten in der Stahl- und Chemieindustrie sollen in den nächsten zehn Jahren die ersten Großanlagen in Betrieb gehen, Elektroyseure im Gigawattmaßstab aufgebaut, Fahrzeugflotten auf Wasserstoff umgestellt und das dafür nötige Tankstellennetz kräftig ausgebaut werden. So können wir in Nordrhein-Westfalen die CO2-Emissionen massiv senken und zugleich ermöglichen, dass unsere Unternehmen auch künftig wettbewerbsfähig bleiben."

FDP-Energiepolitiker Dietmar Brockes aus NRW unterstreicht: "Unser Ziel in Nordrhein-Westfalen ist es, Industrie- und Energieland Nummer eins zu bleiben. Wir Freie Demokraten unterstützen den Weg der nachhaltigen und klimaneutralen Transformation der Industrie. Wasserstoff hat eine Schlüsselrolle bei der Energieversorgung der Zukunft." Nur gemeinsam über Branchen hinaus und im engen Dialog könne NRW als Energieland seine Spitzenposition beim Wasserstoff ausbauen.

Brockes ist überzeugt: "Unser Rohstoff für die Zukunft ist vor allem die hohe Innovationskraft der Menschen. Verbinden wir diese intelligent mit unserem starken Ökosystem aus Industrie, Energie, Infrastruktur und Forschung, können wir beim Wasserstoff richtig Tempo machen." Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit würden sich nicht ausschließen, sondern Hand in Hand gehen. "Wir wollen nicht nur einen wichtigen Beitrag für die Pariser Klimaziele leisten, sondern gleichzeitig der Industrie helfen, sich zukunftsfähig aufzustellen und damit Arbeitsplätze hier in Nordrhein-Westfalen erhalten."

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