FDPZuwanderung

Nicht die Herkunft, nur die Leistung zählt

Philipp RöslerPhilipp Rösler im "Hürriyet"-Interview: "Uns ist egal, woher du kommst, entscheidend ist, wohin du willst."
26.08.2013

Der FDP-Chef in der "Hürriyet" über Aufstiegschancen für Migranten und das Verhältnis zur Türkei.

Wirtschaftsminister Philipp Rösler hat sich dafür ausgesprochen, die wirtschaftlichen Beziehungen zur Türkei weiter auszubauen. "Ich bin ein großer Freund der Türkei, das Land ist auch ein wichtiger strategischer Partner", sagte Rösler im Interview mit der türkischen Tageszeitung "Hürriyet". "Mit Respekt und Anerkennung sage ich: Die Türkei ist inzwischen auch wirtschaftlich ein Machtfaktor."

Mit Blick auf einen EU-Beitritt verwies Rösler darauf, dass das offizielle Verfahren abzuwarten sei. "Der Ausgang der Verhandlungen ist ausdrücklich offen, in die eine wie in die andere Richtung", stellte der Minister klar. Ebenso hätten die aktuellen politischen Entwicklungen einen Einfluss auf die wirtschaftlichen Beziehungen zu Deutschland. "Die Stabilität einer Region ist entscheidend für künftige Investitionsentscheidungen", so der FDP-Chef. Für die Liberalen sei die Achtung der Bürgerrechte unverzichtbar. "Für uns gilt auch der Grundsatz: Es gibt keine wirtschaftliche Freiheit ohne gesellschaftliche Freiheit und umgekehrt."

Rösler für Visa-Erleichterungen und doppelte Staatsbürgerschaft

Gemeinsam mit Außenminister Westerwelle setzt sich Rösler für Einreise-Erleichterungen ein, von denen türkische Fachkräfte und Geschäftsleute profitieren können. "Ich habe in der Türkei Unternehmer kennengelernt, die machen eine oder zwei Milliarden Euro Umsatz und wollen nicht jedes Mal bei Reisen nach Deutschland für ein Visum anstehen müssen."

Der liberale Minister betonte, dass die FDP für Chancengleichheit eintrete, die unabhängig von der Herkunft gelten soll. Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, macht er sich für mehr Zuwanderung stark. "Wir sagen: Uns ist egal, woher du kommst, entscheidend ist, wohin du willst. Bei uns hat jeder die Chance, sich ganz nach oben zu arbeiten, denn allein die Leistung zählt."

Rösler zollte den Menschen Respekt, die ihre Heimat auf der Suche nach einem besseren Leben verlassen, denn das sei Ausdruck von Freiheitstreben und Verantwortungsbewusstsein. Gleichzeitig sprach er sich für die Einführung der doppelten Staatsbürgerschaft aus. "Ich habe keinen Zweifel, dass die Menschen, die hier bei uns leben, sich auch für dieses Land einsetzen. Aber nicht jeder will gleichzeitig alle Bindungen an sein Herkunftsland kappen. Das sollten wir respektieren."

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